| 11:39 Uhr

Appell führte zu 17 neuen Lehrstellen

Cottbus.. „Wir müssen uns jetzt rüsten, damit wir später gut ausgebildete Mitarbeiter haben“ , mahnt Peter Dreißig, Präsident der Handwerkskammer Cottbus.

Während heute junge Leute nach Lehrstellen suchten, lasse die demografische Entwicklung schon in wenigen Jahren einen umgekehrten Trend erwarten - dann müssten nämlich die Betriebe auf die Suche nach Auszubildenden gehen.
Um die Bereitschaft von Handwerksunternehmen zur Ausbildung zu erhöhen, hat die Kammer rund 400 Briefe verschickt. Empfänger waren Handwerksbetriebe, die nach Ansicht der Kammer für eine Erstausbildung in Frage kämen, und Unternehmen, die früher einmal ausbildeten, in den zurückliegenden fünf Jahren aber keinen Lehrling mehr hatten. Die Resonanz auf die 400 Briefe: „Wir konnten immerhin 17 Betriebe gewinnen, eine Ausbildungsstelle zu schaffen“ , so Dreißig. Neue Lehrstellen entstehen unter anderem in den Bereichen Kosmetik, Gas- und Wasserinstallation, Friseur, Maurer und Tischler.
Zu den Erstausbildern gehört auch Tischlermeister An- dreas Blumrodt, den Kammerpräsident Dreißig gestern in seinem Betrieb in der Taubenstraße besuchte. Im September will Andreas Blumrodt in seinem Fünf-Mann-Betrieb einen Auszubildenden für den Beruf des Bau- und Möbeltischlers einstellen. „Wenn ich selber ausbilde, weiß ich, was ich habe,“ sagte Andreas Blumrodt. Er ließ aber keinen Zweifel daran, dass Ausbildung für einen kleinen Betrieb auch eine finanzielle Belastung sei. Blumrodt: „Das Lehrlingsentgelt muss erst einmal erwirtschaftet werden.“ Blumrodt hat acht Jahre lang in einer überbetrieblichen Einrichtung viele Lehrlinge ausgebildet und ist davon überzeugt, dass die Einzelausbildung im Betrieb effektiver sei als in einer Klasse mit 20 Personen.
Die Abwanderung junger Leute gleich nach der Ausbildung in den Westen bezeichnete Seniorchef Bernd Blumrodt als großes Problem. Dabei falle es gerade Betrieben, die nicht in die Ausbildung investierten, leichter, mit höheren Löhnen zu locken. Im Bereich der Handwerkskammer Cottbus bilden 1200 Betriebe aus, berichtete Pressesprecherin Irene Göbel. 4300 Azubis seien im regionalen Handwerk in der Lehre. Allerdings gibt es insgesamt 6000 Betriebe, die ausbilden könnten. (ka)