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Apotheke im Hauptbahnhof

Eine Bahnhofs-Apotheke entsteht hinter dem mit Spanplatten gesicherten Eingang der Ex-Rossmann-Filiale (hinten) im Hauptbahnhof.
Eine Bahnhofs-Apotheke entsteht hinter dem mit Spanplatten gesicherten Eingang der Ex-Rossmann-Filiale (hinten) im Hauptbahnhof. FOTO: Ch. Taubert
Cottbus. Ab Sommer soll der Rossmann-Drogeriemarkt in die Vetschauer Straße zurückkehren. Neue Apotheke in der Bahnhofshalle bietet Kunden auch einen Abholautomat für Medikamente. Christian Taubert

Es war zumindest ein kleiner Trost für RUNDSCHAU-Leserin Ute Siebert. Über das Reportertelefon hatte sie Ende des Vorjahres erfahren, dass sie nur vorübergehend auf den Rossmann-Markt im Hauptbahnhof verzichten muss. "Der Drogeriemarkt war wichtig für alle, die in der Nähe wohnen und natürlich für viele Reisende", begründete sie damals ihre Befürchtungen. "Hier war immer Betrieb."

Ausverkauf und Schließung waren nur Vorboten für den Umbau in der Bahnhofshalle. Inzwischen werkeln hinter den mit Spanplatten gesicherten Fensterfronten Handwerker. Die Verkaufsfläche für Rossmann wird erweitert, das ehemalige DB-Reisezentrum integriert. Im Sommer soll der Bahnhofsmarkt zurückkehren.

"Der ehemalige Rossmann-Eingang wird künftig aber in eine Apotheke führen", verrät Bahnhofsmanager Sebastian Lange. Das heißt: Ein Teil der ehemaligen Drogeriemarktfläche wird dafür genutzt, erstmals eine "Apotheke im Hauptbahnhof" anzusiedeln. "Das ist ein Segen. Das wird allen Händlern im Bahnhof helfen", ist Lange sicher. In allen Städten, in denen es gelungen sei, eine Apotheke für das Bahnhofsgebäude zu gewinnen, würden zusätzliche Kunden die Geschäfte auch der anderen Händler beleben.

Sebastian Lange betreut von Cottbus aus rund 150 Bahnhöfe in Brandenburg. Wenn es neu zu belegende Flächen auf den Arealen an den Gleisen gibt, dann habe er "zum Glück" die DB-Vermietungsabteilung. "Ich bin dort Besteller und sage, auf welcher Fläche es welchen Branchenmix geben soll", erklärt der Bahnhofsmanager. Der Wunsch, eine Apotheke zu finden, ist für Cottbus dabei gewesen. Was jahrelang allerdings nicht gelungen sei, so Lange, habe nun geklappt. Die Bewerbung sei offen gewesen.

"Ja, wir gehen mit einer Filiale in den Hauptbahnhof", bestätigt Carolin Rublack, was ihre Chefin Dr. Bettina Kira Habicht, Geschäftsführerin der EU-Berlinda-Versand-Apotheke, bereits in der RUNDSCHAU angekündigt hatte. Marketingleiterin Rublack kündigt an, dass die Bahnhofsfiliale von Montag bis Freitag von 8 bis 18.30 Uhr und am Samstag von 8 bis 14 Uhr geöffnet haben werde. Längere Öffnungszeiten - wie vor allem in den Cottbuser Einkaufscentern - seien für den zweiten stationären Standort der EU-Berlinda-Versand-Apotheke in Cottbus durchaus denkbar.

"Es ist aber gar nicht so einfach, in der Branche Personal zu finden, das in Spätdiensten arbeiten möchte", sagt Carolin Rublack, um sogleich auf einen zusätzlichen Service der künftigen "Apotheke im Hauptbahnhof" hinzuweisen. "Wir werden einen Abholautomaten für Medikamente installieren."

Die Versand-Apotheke sieht den Automaten gerade am Bahnhof als zusätzlichen Service für Kunden an. Denn dadurch können Bestellungen auf Wunsch auch außerhalb der Öffnungszeiten abgeholt werden. Der Kunde - auch Bahnreisender oder Pendler - erhält bei der Bestellung und Bezahlung einen Abhol-Code. Ist die bestellte Ware geliefert, wird er per SMS oder E-Mail informiert.

Bahnhofsmanager Sebastian Lange, der der Eröffnung des Drogerie- und Apothekenkomplexes entgegensehnt, hält für Bahnreisende noch eine Veränderung bereit. Es dauert zwar noch einige Monate - aber im dritten Quartal 2017 komme das "Gefängnis" weg. Gemeint ist die "eher aus- als einladende Toilettenanlage" im Treppenbereich zum Bahnhofstunnel. Der Komplex wird erneuert und total umgestaltet. Bahnkunden warten darauf seit Langem.