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| 18:17 Uhr

Lausitz
Anwohner wollen Lärm an der Quelle reduzieren

Dieses Transparent in Klein Oßnig drückt aus, was die Interessengemeinschaft B 169 für die Anwohner fordert.
Dieses Transparent in Klein Oßnig drückt aus, was die Interessengemeinschaft B 169 für die Anwohner fordert. FOTO: Ch. Taubrt
Klein Oßnig. Nur drei berechtigte Hausbesitzer an der B 169 kamen zur Präsentation von Lärmschutzfenstern. Von Christian Taubert

(ta) Der Saal in der Gaststätte „Schön Oßnig“ ist am Dienstagabend gut gefüllt. Der Landesbetrieb Straßenwesen hat von Verkehrslärm geplagte Anwohner der B 169 geladen, um passiven Lärmschutz zu präsentieren. Das heißt: Nachdem der Spree-Neiße-Kreis keine Möglichkeit sieht, den Lkw-Verkehr in seinem Bereich zu reduzieren und umzulenken, hat er den Betroffenen Lärmschutzfenster angeboten. Sie sollen von Land und Bund zu 100 Prozent finanziert werden. Ein seltenes Entgegenkommen, wie Abteilungsleiter Steffen Kleiner vom Landesbetrieb erläutert. 75 Prozent seien üblich.

Und dennoch sind unter den Zuhörern nur drei von 38 Hausbesitzern aus Klein Oßnig (Spree-Neiße) und Allmosen (Oberspreewald-Lausitz), die zur Umrüstung berechtigt sind. Sie lassen sich von Experten, die die IHK Cottbus ausgewählt hat, die Effekte des Einbaus von Lärmschutzfenstern und Schalldämmlüftern erklären. Es sind überzeugende Vorträge der Referenten. Und es gibt ehrliche Antworten: Mit Blätterrauschen oder Vogelgezwitscher sei es mit Lärmschutzfenstern vorbei, heißt es. Auch sei der herkömmliche Luftaustausch beeinträchtigt. Deshalb werde beim Umbau zur Kombination mit Schalldämmlüftern geraten.

Die Nachfragen gehen oft schon ins Detail, sind aber selbst bei dem anspruchsberechtigten Klein Oßniger Dietmar Horke grundsätzlich. Im Haus werde es ruhiger, sagt er nicht zum ersten Mal, „aber auf meiner Terrasse kann ich nach Feierabend trotzdem nicht sitzen“. Wie die Interessengemeinschaft B 169, die den Lkw-Verkehr auf dieser Bundesstraße verringern will, tritt Horke dafür ein, „dass der Lärm an der Quelle reduziert wird“. Steffen Kleiner hofft dennoch, dass sich noch mehr Anwohner über passiven Lärmschutz informieren: „Unsere Tür steht weiter offen.“