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Antrag auf Budgeterhöhung

André Schneider, Fachbereichsleiter Jugendamt
André Schneider, Fachbereichsleiter Jugendamt FOTO: hil
Cottbus. Wird das Budget für den Jugendförderplan 2018 nun doch erhöht? Entgegen der Streichpläne der Verwaltung für die Jugendarbeit werden die Fraktionen nun einen entsprechenden Antrag auf Erhöhung des Budgets vorbereiten. Der Vorschlag für zusätzliche Mittel für den Jugendförderplan 2018 in Höhe von rund 150 000 Euro wird nun in das übergeordnete Gremium, den Jugendhilfeausschuss, eingebracht. Rüdiger Hofmann

Das wurde am Dienstag in der Sitzung des Unterausschusses Jugendhilfeplanung beschlossen, der erstmals nach der Sommerpause im Stadthaus zusammengekommen war. Diskutiert werde der Antrag dann im Jugendhilfeausschuss im September.

Politiker von Linke und SPD hatten sich zuletzt gegen die geplanten Streichungen bei der Jugendförderung ausgesprochen, die zugleich ein mögliches Aus der Kickerstube in der Mauerstraße bedeuten würden. Unterm Strich hätte beispielsweise das Fanprojekt, zu dem die Kickerstube, vier Sozialarbeiterstellen und die Spielbegleitung zählen, bei einer Kürzung von Stadt-, Land- und Deutscher Fußball-Bund-Zuschüssen künftig statt 290 000 Euro nur noch rund 120 000 Euro zur Verfügung. Seit einigen Jahren gibt es in der Kickerstube für Kinder, Jugendliche und Erwachsene regelmäßig die Möglichkeit, beim Kickern, bei Tischtennis oder Computerspielen mit Sozialarbeitern ins Gespräch zu kommen und Spaß an legaler Fankultur zu gewinnen.

Insgesamt 27 Jugendprojekte haben Unterstützung beantragt, 2,172 Millionen Euro stellt die Stadt zur Verfügung. Von diesem Geld sollen möglichst alle fünf festgelegten Planungsräume in der Stadt - die Mitte, der Norden, Süden, Osten und Westen - gleichmäßig und dem Bedarf entsprechend versorgt werden. Beantragt wurden für die 27 Projekte insgesamt knapp 2,7 Millionen Euro. Eine Versorgungslücke von rund 500 000 Euro ist also vorprogrammiert.

"Wir sprechen nicht von einer Kürzung des Jugendförderplans, es geht um eine andere Verteilung der zur Verfügung stehenden Gelder", betonte André Schneider, Fachbereichsleiter des Jugendamtes, auf der Sitzung am Dienstag. Diskutiert wurde, wie mögliche Budgeteinsparungen bei einigen Projekten durch gezielte Erhöhungen bei anderen Projekten abgefedert werden könnten. So steht zum Beispiel eine finanzielle Erhöhung von Projekten wie "Streetwork", einer aufsuchenden Jugendsozialarbeit, oder dem medienpädagogischen Projekt "Media To Be - M2B", einem Verein zur Förderung der Jugendhilfe und Medienkompetenz bei Jugendlichen, zur Debatte. Offen blieb am Dienstag auf der Sitzung des Unterausschusses, nach welchen Kriterien die Prioritäten zur Auswahl der Projekte und Verteilung der Finanzen festgelegt wurden.