| 16:18 Uhr

Anti-Flüchtlings-Kundgebung in Cottbus
Brandenburger AfD-Redner prägen „Zukunft Heimat“-Demo in Cottbus

Zahlreiche Menschen, darunter von außerhalb, kamen zur Kundgebung und Demonstration des Vereins „Zukunft Heimat"  auf den Cottbuser Altmarkt und marschierten danach durch die Innenstadt.
Zahlreiche Menschen, darunter von außerhalb, kamen zur Kundgebung und Demonstration des Vereins „Zukunft Heimat" auf den Cottbuser Altmarkt und marschierten danach durch die Innenstadt. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Mit regionalen Rednern und leicht rückläufiger Teilnehmerzahl demonstrierten Anhänger des Golßener Vereins „Zukunft Heimat“ am Samstag erneut in Cottbus gegen die Flüchtlingsaufnahme in Deutschland. Prominenteste Redner waren der Brandenburger AfD-Chef Andreas Kalbitz und die AfD-Landtagsabgeordnete Birgit Bessin. Von Simone Wendler

Etwa 2000 Menschen, 500 weniger als vor drei Wochen (Schätzung der RUNDSCHAU), versammelten sich am Samstag erneut auf dem Cottbuser Altmarkt und zogen dann kurz durch die Innenstadt. Der Veranstalter, der Verein „Zukunft Heimat“, machte öffentlich keine Angaben zur Zahl der Versammelten.

Demo von „Zukunft Heimat“ in Cottbus FOTO:

Unter Plakat-Parolen wie „Widerstand fürs Heimatland“ und „Der Islam kann bleiben wo der Pfeffer wächst“, demonstrierten sie gegen die Flüchtlingsaufnahme in Deutschland. Die Menge skandierte immer wieder „abschieben, abschieben“ und die Parole der rechsextremen Identitären Bewegung „Festung Europa, macht die Grenzen dicht“.

Redner zeichneten erneut ein Bild von einer Bedrohung deutscher Identität durch die Aufnahme muslimischer Flüchtlinge. Brandenburgs AfD-Chef Andreas Kalbitz bezeichnete sie zynisch als „Bereicherer“, die , wenn es wärmer würde, wieder aus ihren Unterkünften kämen.

Er bedankte sich ausdrücklich bei den Versammelten und rief sie auf, sich an ähnlichen Veranstaltungen in Dresden und anderen Orten zu beteiligen. Die Demonstrationen würden anhalten bis die Forderungen „Grenzen dicht und Remigration“ erfüllt seien. Das Land brauche eine konsequente „Abschiebekultur“ forderte er unter dem Beifall der Versammelten.

Unter den Versammelten waren wie bei vorangegangenen Kundgebungen von „Zukunft Heimat“ erneut AfD-Mitglieder aus Elbe-Elster mit eigenem Banner. Auch die Cottbuser AfD-Chefin und Stadtverordnete Marianne Spring-Räumschüssel, die sich im vorigen Sommer von den Aufmärschen noch ferngehalten hatte, ging diesmal mit.

Der Golßener Verein organisiert in Cottbus seit Mai vorigen Jahres Kundgebungen gegen die Flüchtlingsaufnahme Auch am Samstag beteiligten sich daran wie seit vorigem Sommer Mitglieder der vom Verfassungschutz beobachteten Identitären und andere Anhänger der rechtsradikalen Szene.

Das hatte kürzlich auch das Brandenburger Innenministerium bestätigt. Rechtsextremistische Parteien und Bündnisse beteilgten sich danach nicht nur an der Mobilisierung für die Veranstaltungen, heißt es in einer Antwort des Ministeriums auf eine kleine Anfrage der Grünen im Potsdamer Landtag. Sie gingen auch mit auf die Kundgebungen und Demonstrationen von „Zukunft Heimat“. Die Teilnahme von Rechtsextremisten werde, so das Innenministerium, „vom Versammlungsleiter geduldet“.

Nachfragen der RUNDSCHAU dazu wurden von Vereinssprecher Christoph Berndt in der Vergangenheit immer wieder mit dem Hinweis abgewiegelt, er kennen diese Leute nicht.

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