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Anti-Asyl-Demo in Cottbus mit deutlich rechtsradikaler Beteiligung

FOTO: Gerhard Seybert
Cottbus. Rund 400 Teilnehmer einer Demonstration gegen die Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland sind am Dienstagabend zum Cottbuser Oberkirchplatz gekommen. lr

Etwa ein Drittel der Teilnehmer gehörte offensichtlich dem Neonazi- und Kampfsport-Milieu aus Cottbus und dem Spreewald an. Außerdem beteiligten sich Mitglieder der AfD und der "Identitären Bewegung" an der Aktion. Hauptredner war Andreas Kalbitz, AfD-Chef in Brandenburg. Er lief bei einem kurzen Marsch der Versammelten durch die Innenstadt in der ersten Reihe neben Siegfried Däbritz, einem der Organisatoren der Pegida-Aufmärsche in Dresden.

Aufgerufen hatte zu der Demonstration der Verein "Zukunft Heimat" aus Golßen.Die Bürgerinitiative hatte 2015 und 2016 mehrere Demos im Spreewald gegen die Flüchtlingsaufnahme organisiert. Schon damals zeigten die Organisatoren kein Interesse daran, sich gegen Rechtsextremisten klar abzugrenzen. Anlass der Demo in Cottbus waren die jüngsten Gewalttätigkeiten in der Cottbuser Innenstadt mit Beteiligung von jungen Flüchtlingen. Auf dem Oberkirchplatz war unter den Demonstranten auch ein bekannter Cottbuser Rechtsextremist, der an einer dieser Auseinandersetzungen beteiligt gewesen sein soll.

Der Golßener Verein "Zukunft Heimat", der in den vergangenen Monaten nur noch für einen Radweg im Spreewald demonstrierte, versucht nun wieder das Flüchtlingsthema zu besetzen. Dabei ist offenbar auch eine Kooperation mit der schwächelnden Pegida-Bewegung in Dresden geplant. Pegida-Mann Däbritz rief die Cottbuser Demonstranten dazu auf, sich nun abwechselnd in Cottbus und Dresden personell zu unterstützen.