(pk) Die Planen sind dem Rathaus übergeben worden – inklusive eines Bekennerschreibens, das der RUNDSCHAU vorliegt. Darin heißt es: „Ich empfand es als eine Zumutung sehen zu müssen, wie Immobilienspekulanten versuchten mit ihren Lügen die Stadt Cottbus zu erpressen. Agrarland bleibt Agrarland. . . “

Seit zwei Jahren währender Streit um Branitzer Park

Dahinter verbirgt sich ein Konflikt, der seit gut zwei Jahren zwischen der Stadt Cottbus und dem neuen Eigentümer des ehemaligen Gartenbaubetriebes schwelt. Die Branitz Garden GmbH hat das Areal im Außenpark des Branitzer Parks gekauft und will dort nach eigenem Bekunden rund 150 Eigenheime errichten. Das aber lässt die Stadt nicht zu. Hauptgrund: Das Gelände fällt unter den Denkmalbereich des Branitzer Parks.

Aus Protest hatte der Grundstückseigentümer deshalb im Oktober 2018 einfach die Bäume auf dem Gelände gefällt – und damit gegen Denkmalauflagen verstoßen – und anschließend die Plakate aufgehängt, um sich mit Sprüchen wie „So soll es bleiben, sagt die Stadtverwaltung Cottbus!“ oder „Was sagen die Abgeordneten?“ Das alles sorgte für Entsetzen und Empörung bei Cottbuser Stadtverordneten. Die Stadt verhängte daraufhin einen Baustopp.

Die Stadt wird in ihrer Haltung nach eigenen Angaben sowohl durch die obere Denkmal- als auch die obere Baubehörde bestärkt. Der Investor hatte im Oktober 2018 zunächst die Baumreihe entlang der Forster Straße gefällt, die bis dato die Gewächshausruinen verdeckte. Zwei Wochen später hingen dort Plakate.

Darauf stand: „So soll es bleiben, sagt die Stadtverwaltung Cottbus. Was sagen die Abgeordneten? Was wollen die Cottbuser? Wir wollen Wohnraum für junge Familien. Wir wollen Spielplätze für unsere Kinder! Wir wollen Cottbus stärken!“

Cottbuser Gericht ordnete Entfernen der Branitzer Plakate an

Die Plakate sollten laut einem Urteil des Verwaltungsgerichts Cottbus im Juli dieses Jahres von den Eigentümern abgehängt werden. Das Gericht war dabei nach eigenen Aussagen der Auffassung der Stadt gefolgt, dass es einer denkmalrechtlichen Erlaubnis für das Anbringen der Banner bedürfe, die nicht vorliegt. Gegen die Entscheidung legte der Investor Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht ein. Damit  ging der Fall in die nächste Instanz, die Banner blieben hängen. Bis zu diesem Wochenende.

Die Unbekannten machen zum Abschluss in ihrem Schreiben noch einen Vorschlag: „Könnten wir nicht die Fläche zwischen Gewächshäusern und Landstraße, natürlich außerhalb des bewussten Grundstücks, schön bepflanzen mit einer schnell wachsenden grünen Hecke aus unterschiedlichen Sträuchern? ... Ich und andere würden da gern mitmachen.“

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