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Annemarie Schulz

Cottbus.. Annemarie Schulz wurde am 26. März 1897 in Gablenz geboren. Im Alter von sieben Jahren verlor sie die Mutter, der Vater von vier Kindern gab sie zu Verwandten nach Schmellwitz, wo sie die Volksschule besuchte.

Sie wurde Stopferin, später Dienstmädchen und Haushaltshilfe in Cottbus, Hoyerswerda und Berlin, danach wieder Stopferin in den Cottbuser Firmen Rottka und Hasselbach & Westerkamp. 1929 trat sie der KPD bei. Als Abgeordnete im Preußischen Landtag sprach sie sich für die Einführung einer 42-Stunden-Arbeitswoche und gegen den aufkommenden Faschismus aus. Nach dem Reichstagsbrand wurde sie verhaftet und ins Berliner Frauengefängnis Barnimstraße eingeliefert. Nach dem Attentat auf Hitler wurden sie und ihr Mann Georg ergriffen und ins Polizeigefängnis Mauerstraße eingeliefert. Es folgten das Gefängnis "Bollwerk" in Frankfurt (Oder) und das KZ Schwetig (heute Polen). Der Einsatz einer sowjetischen Sanitäterin und der Lagerärzte bewahrte sie am Leben und vor dem Abtransport ins KZ Ravensbrück. Nach Kriegsende wurde sie Trümmerfrau in Cottbus, betreute Flüchtlinge und elternlose Kinder. Schließlich wurde sie Fraueninstrukteurin in der Cottbuser Entnazifizierungskommission und Fürsorgerin im Dezernat Sozialwesen der Stadt. Sie wurde Geschäftsführerin des Demokratischen Frauenbundes Deutschlands (DFD) im Landkreis Cottbus, war viele Jahre im FDGB und in der Volkssolidarität tätig, bis sie gesundheitliche Gründe zwangen, 1950 ihre hauptamtliche Arbeit aufzugeben. Annemarie Schulz wurde 1974 Ehrenbürgerin der Stadt. Sie starb am 29.Oktober 1979 im Alter von 82 Jahren. (hhk)