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| 02:33 Uhr

Anliegerschwemme in der Innenstadt

Cottbus. Die Straße der Jugend in Cottbus dürfte derzeit der Ort in Deutschland sein, an dem die meisten Beziehungen angebahnt werden (sollen). Darf doch die Straße stadtauswärts seit wenigen Tagen nur noch von Anliegern befahren werden – und davon gibt es täglich Hunderte, wenn nicht sogar Tausende.

Das Bayerische Oberste Landesgericht hat ausgeführt, wer sich eigentlich Anlieger nennen darf: "Anlieger sind Personen […], die mit Bewohnern oder Grundstückseigentümern in eine Beziehung treten wollen. Dabei ist es unerheblich, ob diese Beziehung zustande kommt; die Absicht ist ausreichend." Selbst wer plötzlich keine Lust mehr auf eine neue Beziehung hat, darf sich weiter Anlieger nennen. Dazu das Gericht: "Erkennt der Anlieger bei Vorbeifahrt am betreffenden Grundstück (was auch eine Baustelle mit Bauarbeitern sein kann), dass der Gesuchte nicht erreichbar ist, kann er ohne anzuhalten weiterfahren und bleibt Anlieger." Auch unerwünschte Besucher - als Beispiel nennen wir Gerichtsvollzieher oder Staubsaugervertreter - werden durch die eigentlich gesperrte Straße nicht abgeschreckt. Auch sie dürfen sich laut Gericht Anlieger nennen.