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Anka, Apollo und Amor suchen neues Zuhause

Apollo, Amor und Anka (v.r.) holen sich bei Jacqueline Wiesel und Gerd Jonas eine Streicheleinheit ab.
Apollo, Amor und Anka (v.r.) holen sich bei Jacqueline Wiesel und Gerd Jonas eine Streicheleinheit ab. FOTO: Elsner
Cottbus. Das Schicksal der Hundegeschwister Anka, Apollo und Amor aus Rumänien war eigentlich schon besiegelt. "Ihr Halter wollte sie erschießen", berichtet Jacqueline Wiesel, die im Cottbuser Tierheim für Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Ulrike Elsner

Vielleicht war er ihrer überdrüssig, vielleicht hat er sie einfach nicht mehr gebraucht. So etwas komme immer wieder vor.

Helfer des in Schkeuditz beheimateten und im Ausland aktiven sächsischen Tierschutzvereins NaTino kam der Fall zu Ohren. "Sie haben die Hunde ihrem Besitzer regelrecht abgebettelt", sagt Jacqueline Wiesel, die über Facebook auf das Trio gestoßen ist, das vorübergehend in einem Tierheim im rumänischen Bucov Unterschlupf gefunden hatte. Sie vermittelte den Transport nach Cottbus, für dessen Finanzierung die Facebookfreunde gespendet haben.

Die drei Bracken-Mischlinge wurden gerettet. Bracken sind Jagdhunde, deren Bestimmung es ist, Wild durch fleißiges Suchen in Wald und Feld ausfindig zu machen. Nicht nur Jacqueline Wiesel, auch Tierpfleger Gerd Jonas hat die quirligen Hunde, die vor vier Wochen ein vorübergehendes Zuhause im Cottbus Tierheim gefunden haben, ins Herz geschlossen. Trotzdem wünschen sich beide sehnlich, dass die Drei recht bald in eine Familie kommen. "Alle Drei zusammen - das wäre eine Traumvorstellung", sagt Jacqueline Wiesel, wohl wissend, dass das kaum gelingen wird. Aber auch als Duo oder einzeln könnten die zweijährigen Mischlinge vermittelt werden. "Sie sind sehr lebhaft, absolut gutmütig und lernwillig", schwärmt Gerd Jonas. Er habe nie, selbst beim Tierarzt nicht, den leisesten Ansatz eines Schnappens festgestellt.

Allerdings sollten die künftigen Besitzer den Tieren möglichst viel Auslauf ermöglichen. "Ideal wäre ein Haus am Stadtrand", sagt der Tierpfleger. "Die Größe der Wohnung ist dabei nicht so entscheidend, wohl aber der Faktor Zeit."

Die künftige Familie von Amor, Apollo und Anka muss einiges an Zeit in die jungen Hunde investieren. Auch wenn sie ausgesprochen aufgeweckt und lieb sind, müssen sie noch jede Menge lernen. "Aber sie sind noch sehr formbar", stellt Jacqueline Wiesel fest. Wer sich für die Hunde interessiert, kann gleich heute den ersten Kontakt mit ihnen und dem Tierpfleger aufnehmen. Das Tierheim ist samstags von 12 bis 14 Uhr geöffnet. Insgesamt warten hier neben 160 Katzen auch 30 Hunde auf ein neues Zuhause. Das Spektrum reicht vom winzigen Chihuahua, einem "Scheidungskind", wie Jacqueline Wiesel verrät, bis zum großen plüschigen jugoslawischen Hirtenhund.