Er erklärt: "Ich frage mich, was die Fischtreppen bringen sollen, wenn doch kaum noch Fische in der Spree leben." Das dringendere Problem sei das Eisenoxid. "Dadurch ist der Fischbestand dramatisch zurückgegangen", betont der Cottbuser. "Das Eisenoxid hat die Flussflora verändert, damit wandern die Fische ab oder sie sterben." Eine ganze Nahrungskette sei damit gefährdet. Auch Reiher und Eisvogel werden immer weniger und die vereinzelten Biber würden wohl auch wieder verschwinden.

Zander und Aal seien längst aus der Spree verschwunden. "Es gibt nur noch Döbel, Barsche und Plötze und ganz selten einen einsamen Hecht. Das war es aber schon", sagt Jahn. Zwischen Cottbus und Spremberg sei die Spree in einem besonders schlechten Zustand. Damit spielt der Angler nicht nur auf die Belastung mit Eisenoxid an, sondern die Beschaffenheit des Flusses im Allgemeinen. "Das ist doch nur flaches Wasser. Es ist so viel Dreck in der Spree und für die Fische gibt es keine Unterstände", moniert er und schiebt im nächsten Atemzug hinterher: "Es müssten ganz andere Dinge getan werden, um den Lebensraum für Fische zu erhalten. Zwei Fischtreppen für 5,5 Millionen sind das bestimmt nicht."

Darüber hinaus seien die verbliebenen Fischarten in der Spree gar nicht auf Fischtreppen angewiesen, um die Wehre zu überwinden. "Wanderfische wie Aal, Forelle oder Lachs haben wir hier gar nicht. Unsere Fische bleiben in ihrem Terrain."

In Cottbus will das Land Brandenburg sowohl am Kleinen als auch am Großen Spreewehr zwei Fischtreppen für insgesamt rund 5,5 Millionen Euro errichten. Die Dimensionen für die beiden Bauwerke sind gewaltig: 150 Meter lang, 3,60 Meter breit, 27 Becken, 28 Trennwände. Die Stadt will sich gegen die Pläne wehren. Grundlage für diese Pläne ist eine EU-weite Wasserrahmenrichtlinie, durch die der Zustand der Gewässer in Europa grundlegend verbessert werden soll.