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| 01:29 Uhr

Angler aus Cottbus-Land beklagen Kormoranplage

Am Bodenseedürfen seit gestern die unter Naturschutz stehenden Kormorane getötet werden, weil sie nach Ansicht der Behörden der Fischwirtschaft erhebliche Schäden zufügen. Die Jagdsaison geht bis zum 15. März 2009. Berufsfischer machen den schwarz gefiederten Wasservogel für sinkende Fangerträge verantwortlich. Naturschützer sprechen von einer „Hetzjagd auf einen Sündenbock“ .
Am Bodenseedürfen seit gestern die unter Naturschutz stehenden Kormorane getötet werden, weil sie nach Ansicht der Behörden der Fischwirtschaft erhebliche Schäden zufügen. Die Jagdsaison geht bis zum 15. März 2009. Berufsfischer machen den schwarz gefiederten Wasservogel für sinkende Fangerträge verantwortlich. Naturschützer sprechen von einer „Hetzjagd auf einen Sündenbock“ . FOTO: dpa
Cottbus. Mehr als 100 Angler aus Cottbus und Spree-Neiße haben am Wochenende mit dem Frühjahrsputz an den Gewässern begonnen – auch am Westufer der Talsperre Spremberg. Von Marion Hirche

Der Stausee gilt als beliebtes Angelgewässer. Die Fang-Ergebnisse der Mitglieder des zuständigen Kreisanglerverbandes belegen dies: Die Zahl der gefischten Zander ist von 85 auf 116 gestiegen. Die der Aale hat sich der Statistik zufolge auf 133 Stück fast verdoppelt. Auch Schleie im Kescher ließen das Herz der Angler freudig höher schlagen.

Dem Erfolg sei aber auch fleißig auf die Sprünge geholfen worden, erklärt der Vorstand. Im Jahr 2008 waren dessen Angaben zufolge 300 Zander in den Stausee eingesetzt worden. Beklagt wird dagegen, dass die Angelplätze am Westufer der Talsperre Spremberg nicht erreichbar sowie Stellflächen für Autos ein Problem seien.

Die Komorane würden zur Plage, kritisieren die Angler. „Wir fördern seit Jahren bedrohte Fischarten wie Lachs, Stör und viele Kleinfischarten. Aber eine Woche Komoran-Besuch macht alles zunichte“, sagt Edelbert Jakubik, der Vorsitzende des Kreisanglerverbandes. Landwirtschaftsminister Dietmar Woidke (SPD) sagte eine Lösung zu. Er verwies zudem auf Fördermöglichkeiten des Landes für Immobilien von Anglervereinen.

Henrik Schuhr, der Leiter der Jagd-und Fischereibehörde des Spree-Neiße-Kreises, kündigte eine Einigung mit den sorbisch/wendischen Spreewaldfischern über die Nutzung ihrer Gewässer durch die Angler ohne Zusatzgenehmigungen an.

Für erfolgreiche Arbeit im Kreisanglerverband wurden Helmut Peschk, Dieter Saschowa und Frank Straszewski mit Ehrennadeln des Landesverbandes in Silber beziehungsweise Gold ausgezeichnet.