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| 14:56 Uhr

Angelmesse
Bleifrei auch bei Petrijüngern

Ganz interessiert fragt Holger Krampe von den Senftenberger Spreefischern nach Einzelheiten des „Steinfischens“ bei Martin Gottschling (M.) und Karsten Jaszkowiak (r.) nach.
Ganz interessiert fragt Holger Krampe von den Senftenberger Spreefischern nach Einzelheiten des „Steinfischens“ bei Martin Gottschling (M.) und Karsten Jaszkowiak (r.) nach. FOTO: Georg Zielonkowski
Cottbus. Fischen mit Steinen sorgt beim Carpmeeting in der Messehalle bei den Anglern für Aufsehen. Von Georg Zielonkowski

Freunde des Angelsports sind am Samstag in der Cottbuser Messehalle beim Carmeeting auf ihre Kosten gekommen. Zum schon neunten Mal hatten die privaten Veranstalter Ronny Mrose und Marcus Sippel-May Cottbus als ein brauchbares Pflaster ausgewählt, um den Ausstellern und Angelfreunden bei der Präsentation von einigen aktuellen Produktneuheiten wie auch mit verschiedenen Fachvorträgen eine interessante Plattform anzubieten. So wurde von 31 Ausstellern die komplette Vielfalt dieser bei vielen beliebten Freizeitbetätigung unter dem Begriff „Carpmeeting“ dargestellt.

Die sehr gut besuchten Fachvorträge gaben einen tieferen Einblick in den Angelsport. So referierte beispielsweise Markus Lotz über das Verhalten des Karpfens bei Naturködern. „Brandenburg ist nicht nur dass Bundesland mit dem größten Anteil von Binnengewässern, auch die 96 000 Mitglieder, auf die unser Anglerverband verweisen kann, stellen einen Spitzenwert in ganz Deutschland dar“, erklärte Ronny Mrose ganz stolz den interessierten Besuchern der Messe. Diese ist deutschlandweit eine von sieben Schauplätzen dieser Art. In Cottbus lieg der Fokus auf des Sparte der Karpfen- und Wels-Angler.

Anglermesse in Cottbus FOTO:

Dass die Petrijünger nicht nur am Ufer sitzen und dort geduldig auf den „großen Fang“ warten, haben zwei junge Männer des kleinen Unternehmens „Fishstone“ bewiesen und den Messegästen vorgestellt. Karsten Jaszkowiak und Martin Gottschling war es schon seit geraumer Zeit ein Dorn im Auge, dass beim Ansitz-Angeln viel Blei in den Gewässern verbleibt und diese somit erheblich belastet. „Wenn der Fisch anbeißt, fällt bei so genannten Drop-Off-Montagen das den Köder beschwerende Blei zu Boden und verbleibt im Gewässer. Das sind bei jedem dieser Vorgänge 150 bis 200 Gramm Blei. Wir waren der Meinung, dass auch ein Stein zum Beschweren reichen müsste. Wenn der Stein nach dem Biss auf den Grund des Gewässers fällt, richtet der dort keinerlei Schaden an“, beschreibt der 31-jährige Karsten Jaszkowiak den Beweggrund der Erfindung. Ein Band aus Naturkautschuk wird bei dieser Neuentwicklung um einen Stein gelegt, an dem danach der Köder befestigt wird.

„All das, was man zum Basteln eines solchen Angelsteinsystems benötigt, handeln wir in einem kleinen Karton, der von den Leuten auch hier in unserer Heimat Cottbus ganz toll angenommen wurde. Bis zu neun solcher kleiner Kästchen haben wir an einzelne Kunden abgegeben“, berichtet Martin Gottschling.

Der hat auch Holger Krampe aus Plessa in diese Neuentwicklung eingeweiht. Für das Mitglied des Vereins „Senftenberger Sportfischer“ stellt diese Novität eine „überragende Idee“ in Blick auf den Umweltschutz dar: „Diese beiden jungen Kerle haben sich zwei Jahre lang in aller Ernsthaftigkeit mit dieser Erfindung beschäftigt. Heute sehen wir hier alle die fertigen Produkte, die ein jeder Angelfreund ganz einfach nutzen kann. Ich möchte den Angler sehen, der sich dieser Sache verschließt“.

Gerald Haschick, bekanntlich über Jahrzehnte mit dem Cottbuser Handballsport aufs Engste verbunden, machte mit seiner Ehefrau ebenfalls ganz interessiert halt an der Station der „Steinfischer“, wie man den Namen des kleinen Unternehmens frei übersetzen könnte. Um gar von einer „revolutionären Neuheit“ zu reden und zugleich seine Freude darüber zum Ausdruck zu bringen, wie eine für ihn eher unbekannte Sportart an verschiedenen Stellen doch wunderbar umweltbewusst und ökologisch sinnvoll agiert.