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| 17:05 Uhr

Schul-Budget
An einer Cottbuser Schule ist das Papier knapp

Alle Hände voll zu tun haben Sielower Schüler nach der Papierspende an ihre Einrichtung.
Alle Hände voll zu tun haben Sielower Schüler nach der Papierspende an ihre Einrichtung. FOTO: Georg Zielonkowski
Cottbus. Ohne die Spenden von Gewerbetreibenden gäbe es beispielsweise an der Sielower Grundschule keine Kopien mehr. Von Stephan Meyer und Georg Zielonkwoski

Die Sielower Grundschule hat Schwierigkeiten, mit ihrem Budget ausreichend Unterrichtsmaterial zu beschaffen. Das Problem fängt schon beim Kopierpapier an. Wie hoch das jeweilige Budget einer Schule ist, das legt, nach Auskunft des Schulamts, der Träger fest. Und der ist in diesem Fall die Stadt Cottbus. Doch wie kann es sein, dass der Schule der Etat nicht reicht?

„Zu Beginn des Schuljahres musste  ich dem Kollegium unserer Schule mitteilen, dass es durchaus sein könnte, dass demnächst jedes Kind ein oder zwei Euro mitbringen möchte, da wir unsere Vorräte an Kopierpapier ziemlich aufgebraucht haben und andererseits das Budget der Schule für den Einkauf neuer  Papierpakete nicht ausreicht“, erinnert sich die Leiterin der Sielower Lutki-Grundschule Irena Götze einige Monate zurück.

„Wir haben zwar ein Budget, doch reicht dies für alle nötigen Dinge einfach nicht aus“, erklärt Irena Götze die Notlage. Ob Büromaterial, Kreide, Whiteboardstifte, zusätzliches Unterrichts- und Lehrmaterial für den modernen Unterricht und jegliches anderes Verbrauchsmaterial bis hin zu den Erste-Hilfe-Kästen – all das muss aus dem Haushaltsbudget der Schule bestritten werden. Wenngleich die 20 Lehrkräfte längst sehr sparsam mit all diesen Dingen umgehen, könne man die vielfältigen Tagesaufgaben nur bedingt und nicht immer in Bestqualität erledigen, war zu hören. Auch der neue Rahmenlehrplan, der seit dem Beginn des laufenden Schuljahres eingeführt werden musste, fordert seinen Tribut. Nicht für alle Fächer und alle Klassenstufen können neue Lehrbücher, die dem neuen Plan gerecht werden, angeschafft  werden. Dadurch muss zusätzliches Material zusammengestellt und kopiert werden, um diese Blätter allen Schülern zur Verfügung zu stellen. Daneben sind auch die sogenannte Werkstatt- und Flexarbeit Sparten, die „Papier fressen“.

Irena Götze konnte sich nun glücklich und erleichtert zeigen, als Christine Heinze und ihr Mitarbeiter Andreas Petschik dieser Tage eine Palette mit 40 Kartons zu je 2500 Blatt Papier auf den Schulhof zogen, um diesen Papierberg den Lehrern und Schülern zu übergeben. Heinzes vom gleichnamigen Dienstleistungsservice, der nur wenige hundert Meter von der Schule entfernt einen Sitz hat, hörten von der Misere und waenr bereit, helfend einzuspringen.

Auch bei anderen Schulen reicht das Budget nicht immer, um ausreichend Kopierpapier bereitstellen zu  können. Bei der Reinhard-Lakomy-Grundschule wird die Anschaffung von Kopierpapier über Mittel des Schulfördervereins finanziert, wie Schulleiterin Simone Rothbart mitteilt. Früher habe man aber auch Kopiergeld bei den Eltern eingesammelt. „Es wäre natürlich toll, wenn wir mehr Mittel zur Verfügung hätten“, erklärt Simone Rothbart im Hinblick auf das Schulbudget. Die Paul-Werner-Oberschule bedient sich ebenfalls zum Teil ihres Schulfördervereins zur Finanzierung des Papierbedarfs. „Jeder Lehrer bekommt ein freies Volumen von 1000 Blatt“, erläutert Schulleiter Harry Paulenz. Für weitere 1000 Blatt müssten die Lehrer jedoch 5,50 Euro entrichten.

Andere Schulen hingegen kennen das Problem gar nicht. Das Budget des Humboldt-Gymnasiums habe immer ausgereicht, weiß Schulsachbearbeiterin Carina Donath. Auch hätten die Lehrer von den Schülern noch nie Kopiergeld einsammeln müssen. Gleiches trifft auch auf das Pückler-Gymnasium zu.