ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:33 Uhr

Amtsausschuss Burg setzt auf Zusammenhalt

Dissen-Striesow. Im Bildungsausschuss wurde sie mit knapper Mehrheit angenommen. Anderthalb Stunden später kippte der Burger Amtsausschuss am Montagabend im Feuerwehrgerätehaus Striesow die von der Verwaltung auf den Weg gebrachte neue Schulbezirkssatzung des Amtes Burg. Ulrike Elsner

Diesmal ging es im Amtsausschuss nicht - wie so oft - um die Verteilung knapper Finanzen, sondern um Lebenschancen und den Wert von dörflichen Traditionen und Kinderfreundschaften. An der Grundschule "Mato Kosyk" in Briesen werden Kinder aus Briesen, Dissen-Striesow, Guhrow und Schmogrow-Fehrow unterrichtet. Einzugsbereich der Grund- und Oberschule sind Burg mit dem Ortsteil Müschen sowie Werben.

Künftig sollte abweichend von dieser Regelung die Straße "Am Bahndamm" in Schmogrow zum Überschneidungsgebiet zwischen beiden Schulbezirken werden. Der Grund: In der Briesener Schule wird der Platz knapp. "Es handelt sich um ein Steuerungsinstrument für den Fall, dass zu viele Schulanfänger in Briesen angemeldet werden, während Burg freie Plätze hat", erläuterte Hauptamtsleiter Christoph Neumann.

Zuvor hatte Elternsprecher Marco Bronisch in der Einwohnerfragestunde den Standpunkt der betroffenen Eltern vorgetragen. Er sprach über Traditionspflege, die in Schmogrow-Fehrow einen hohen Stellenwert hat. Grundlage dafür sei eine aktive Dorfjugend. "Jetzt befürchten wir aber ein Auseinanderreißen von Jahrgängen", sagte der Fehrower. Der Zusammenhalt gehe verloren. Auch ganz praktische Fragen sprach Marco Bronisch an: Wie kommen die Kinder aus der Burger Schule nach Fehrow in den Hort? Wer begleitet sie, wer trägt die Kosten?

Neben der möglichen Trennung von Geschwistern und Freunden käme ein extrem hoher Zeitaufwand auf die Eltern zu, der womöglich in der Entscheidung münde, ihre Kinder in Arbeitsplatznähe einzuschulen. Sein Appell "Wir möchten, dass unsere Kinder weiter zum Schulbezirk Briesen gehören" stimmte die Abgeordneten nachdenklich.

"Soziale Strukturen sind ganz wichtig. Das hat etwas mit Bindung an die Heimat und Zukunft zu tun", sagte Bernhard Krumpelt (Burg). Fred Kaiser (Dissen-Striesow) gab zu bedenken: "Was nicht passieren darf, ist, dass wir in Burg leere Räume haben und in Briesen anbauen müssen."

Damit ist aber vorerst nicht zu rechnen. Von den anfangs für die Grundschule "Mato Kosyk" gemeldeten Erstklässlern des Jahrgangs 2016/17 blieben nach Rückstellung und Wegzug noch 21, räumte Hauptamtsleiter Christoph Neumann ein. Im darauffolgenden Schuljahr seien es 24, im Jahr 2018/19 noch 16.

"Kann man nicht eine Satzung dann beschließen, wenn es Not tut", fragte Holger Quos (Dissen-Striesow). Die meisten anderen Vertreter der Gemeinden sahen das wohl genauso. Die neue Schulbezirkssatzung wurde mit großer Mehrheit abgelehnt.