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| 01:02 Uhr

Amt Peitz Peitz streitet für Neuendorfer Straße

Peitz.. Die Stadtverordnetenversammlung Peitz hat dem Bau der Ortsverbindungsstraße Neuendorf Peitz-Ost zugestimmt. Sie soll entlang der Bahntrasse zwischen beiden Orten entstehen. Auf 800 Metern verläuft sie durch Peitzer Gebiet. Ronald Ufe

Die Kosten für das Projekt werden vorrangig aus Fördermitteln und von der Gemeinde Teichland bestritten.
Deutliche Kritik gab es an der Haltung des Landratsamtes zum Vorhaben. „Die Untere Straßenverkehrsbehörde hat zugestimmt, die Untere Naturschutzbehörde lehnt es ab und fordert Nachbesserungen“ , erläuterte Bauamtsleiterin Elvira Hölzner. „Statt 70 Kilometern pro Stunde soll nur Tempo 30 oder 50 zulässig sein. Verlangt werden mehr und längere gepflasterte Abschnitte zum Schutz von Tieren.“

Peitz will Landrat einschalten
Die Amtsleiterin kündigte weitere intensive Gespräche mit der Kreisverwaltung an. „Wir fordern, dass die dortigen Ämter eine gemeinsame Stellungnahme abgeben und nicht jeder eine andere Meinung äußert. Notfalls muss das Thema mit Landrat Dieter Friese besprochen werden, um endlich einen einheitlichen Standpunkt zu erhalten.“
Die Stadtverordneten billigten dieses Vorgehen und äußerten ihrerseits Kritik. Angesichts der jahrelangen Vorbereitungen und der gemeinsam erreichten Kompromisse zu Gunsten des Tierschutzes zeigten sie sich verwundert über die kurzfristig vorgebrachten erneuten Einwänden der Naturschutzbehörde. „Die zehn Meter von der Straße entfernte Bahnstrecke wurde für Geschwindigkeiten von 120 Kilometern pro Stunde und mehr ausgebaut und dieses Tempo wird dort nach meinen Erfahrungen auch gefahren. Da ist es für die Bürger nicht einsehbar, wenn Fahrzeuge nur 30 Kilometer pro Stunde schnell fahren sollen“ , meinte Horst Fillmer.
Den Bauplanungen für die 3,4 Kilometer lange Straße waren umfangreiche Untersuchungen zur Tier- und Pflanzenwelt vorausgegangen. Sie mündeten in einen landschaftspflegerischen Begleitplan, um den Charakter des angrenzenden Schutzgebietes dauerhaft zu erhalten. Vorgesehen ist, den Asphalt an fünf Abschnitten durch eine Granitpflasterung zu unterbrechen. Diese soll den Geräuschpegel erhöhen und Tiere vor Autos warnen. Zugleich würde so die Geschwindigkeit gedrosselt. Ursprünglich sollten Tunnel diversen Tierarten das Passieren der Straße erleichtern. Die Lösung wurde verworfen, da die unterirdischen Bauten in das Grundwasser reichen würden. Berücksichtigt wurden auch Forderungen der Bahn AG nach Abstandsflächen.

Fördermittel stehen bereit
Die Straßenverkehrsbehörde wies darauf hin, dass Granitpflaster besonders bei Nässe und Glatteis das Unfallrisiko erhöht. Letztlich trug das Amt mangels bezahlbarer Alternativen den Kompromiss mit. Die Kosten für den Straßenbau werden auf 900 000 Euro veranschlagt. Das Land trägt 75 Prozent über Fördermittel. Das Geld steht nach Angaben der Bauamtsleiterin schon bereit. Fehlende Mittel der Kommunen und lange Diskussionen über das Projekt hatten mehrfach zu Unterbrechungen der Planungen geführt. Das Land hatte über Fördermittel auch einen Teil der Planungskosten getragen. Die Bauarbeiten sollen noch 2005 beginnen.
Die neue Straße soll von Pkw und der Landwirtschaft genutzt werden. Für Schwertransporte bleibt diese Route gesperrt. r