In den 60er und 70er-Jahren wurden die Felder und Weideflächen rund um Drachhausen umfassend melioriert. Seit der Wende verfallen diese Anlagen. „Die Bohlen in den Stauen sind verrottet und viele Metallkonstruktionen defekt“ , konstatiert Bürgermeister Fritz Woitow. „Meist lässt sich der Wasserfluss nicht mehr regulieren. Die vergangenen 15 Jahre haben ihre Spuren hinterlassen, getan wurde in dieser Zeit wenig.“
Mit einigen wenigen Reparaturen lässt sich der traurige Zustand der Anlagen nicht mehr verändern. Der Gemeinde und den Eigentümern fehlten bisher vor allem die finanziellen Möglichkeiten dagegen etwas zu tun. Niederschlagsarme Perioden machen sich inzwischen stärker als in früheren Jahrzehnten bemerkbar, auch wenn es noch keine deutlichen Ernterückgänge gibt. „So weit wollen wir es auch nicht kommen lassen“ , betont der Bürgermeister.
Als die Landesregierung ein Förderprogramm zur Sanierung von Stauen und Grabensystemen auflegte, gehörten der Wasser- und Bodenverband Neiße/Malxe-Tranitz und die Gemeinde im Vorjahr zu den ersten in der Region, die diese Chance erkannten und ergriffen. Der Verband schuf mit Hilfe der Gemeinde eine Arbeitsgruppe, um ein Konzept zur umfassenden Erneuerung des Be- und Entwässerungssystems zu entwerfen.
Alle Gräben und Stauanlagen wurden inspiziert, ihr Zustand dokumentiert und der notwendige Reparatur- und Neubauaufwand aufgelistet. Zugleich wurden auch die Eigentümer ermittelt.
„Bei diesen Vorarbeiten stellte sich heraus, dass die auf eine Tiefe von zwei Metern oder mehr ausgebauten Gräben den heutigen Verhältnissen nicht mehr entsprechen. In vielen Abschnitten wurde auch die Grabensohle ausgewaschen. Auf diese Weise wird der Landschaft mehr Wasser als erwünscht entzogen. Zugleich fließt das wertvolle Nass zum Teil unter einigen noch bestehenden Anlagen einfach hindurch“ , sagt Fritz Woitow.
Diesem Problem kann mit einer Erhöhung der Grabensohlen und anderen Arbeiten zur Verflachung der Gräben begegnet werden. Pa rallel sollen natürliche Schwellen aus Steinen und anderen Materialien eingebracht werden, um die Wasserstände zu erhöhen und die Fließgeschwindigkeit deutlich zu vermindern. Damit kann das Wasser länger in der Landschaft gehalten und weiterer Austrocknung entgegengewirkt werden.
Vor Beginn der Arbeiten waren die Bürger auf einer Einwohnerversammlung über die Ziele und die zu erwartende Arbeiten informiert worden. Inzwischen liegt das Konzept vor. „Widerspruch und Proteste hat es nicht gegeben. Auch die Gespräche mit den Eigentümern über die notwendigen Arbeiten verlaufen positiv“ , meint Fritz Woitow. Die Abstimmung mit den Eigentümern nähert sich dem Ende.
Noch im Januar wird der Wasser- und Bodenverband das abgestimmte Konzept der Gemeindevertretung vorstellen. Sie soll zügig den Weg für die Umsetzung freimachen, um rasch Fördermittel von der Landesregierung zu erhalten. „Ich rechne fest mit einer Zustimmung“ , sagt der Bürgermeister. So bald die Genehmigungen vorliegen und das Geld bereit steht, werden die Arbeiten beginnen. Fritz Woitow hofft, dass der größte Teil der Sanierung 2005 realisiert wird.