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Amt Burg Geschichte und Leben der Wenden

Eine Ausstellung zeigt in Burg mit Texten, Fotos, historischen und künstlerischen Exponaten die Geschichte der Wenden.
Eine Ausstellung zeigt in Burg mit Texten, Fotos, historischen und künstlerischen Exponaten die Geschichte der Wenden. FOTO: Foto: Michael Helbig
Geschichte, Kultur und Alltag der Wenden in der Niederlausitz zeigt eine am Donnerstagabend eröffnete Ausstellung im Burger Haus der Begegnung. Die Spreewaldgemeinde ist bereits die 25. Station der im Jahr 2000 von der Kulturinformation Lodka gestalteten Schau. Von Ronald Ufer

Dudelsack und Flötenklänge begrüßten die Gäste der Ausstellung. Karsten Michein brachte mit den einst für die Region typischen Instrumenten traditionelle Lieder zu Gehör. So eingestimmt, ermöglichte die Schau im Obergeschoss dann eine Zeitreise durch die wendische Historie von der Ansiedlung der Lusizer und Milzener im sechsten Jahrhundert bis in die Gegenwart.
16 Schautafeln informieren über das angestammte Siedlungsgebiet, die Sprache, das Bildungswesen, Literatur, Kunst und Musik, Medien und Institutionen. Dabei wird auch auf die Namensgeberin der Burger Einrichtung, die Journalistin und Dichterin Mina Witkojc verwiesen.
Besondere Aufmerksamkeit gilt der Bewahrung der niedersorbischen Sprache und dem Witaj-Programm. Es vermittelt seit Mitte der 90er- Jahre in der Niederlausitz Mädchen und Jungen von der Kita bis zum Studium Niedersorbisch als Muttersprache. Tafeln und Fotos zu Brauchtum und Trachten werden durch Leihgaben des Wendischen Museums Cottbus ergänzt. Vom bestickten Schürzenband bis zu einer lebensgroßen Trachtenpuppe, über liebevoll gestaltete Ostereier, historische Gesangbücher und CDs mit traditioneller Volksmusik reicht das Spektrum des Gezeigten. Erläutert werden Bräuche wie Vogelhochzeit, Zampern, Zapust, Osterreiten, Hexenbrennen und Hahnrupfen.
„Die Schau gewinnt durch den Kampf gegen die Einsparpläne des Bundes und der Länder Brandenburg und Sachsen an Aktualität“ , sagte Milena Stock von der Cottbuser Kulturinformation Lodka der RUNDSCHAU. „Die Sorben und Wenden haben sich durch künstlerische und Bildungsleistungen schon im 19. Jahrhundert aus dem Amateurstatus befreit. Die besonders von Sachsen vorgebrachten Kürzungswünsche bedrohen nun diesen gewachsenen kulturellen und künstlerischen Reichtum. Besonders gefährdet sind die Bemühungen zum Erhalt der Sprache.“ Milena Stock verwies darauf, dass Konzepte zur Übergabe des Niedersorbischen Gymnasium in Cottbus in kommunale Trägerschaft noch nicht vom Tisch sind.
Die Schau wird bis zum 12. September im Haus der Begegnung gezeigt. Sie soll den Einwohnern ein Stück ihrer Geschichte wieder nahe bringen. Die Gestalter hoffen, dass auch viele Touristen und Patienten der nahen Rehabilitationsklinik in der Ausstellung verweilen werden. Die nächste Station ist das Kreishaus Forst. Anfragen liegen aus Österreich, Polen und der Schweiz vor. Auch für das erste Halbjahr 2004 sind alle Termine ausgebucht.