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Amt Burg Fitnesstraining am alten Webstuhl

Ob Leinöl, Gurken oder Böttcher-Handwerk – beinahe alles, was den Spreewald ausmacht, konzentrierte sich am vergangenen Wochenende auf dem Festplatz in Burg. Dorthin wurde am Samstag und Sonntag zum 2. Spreewälder Handwerker- und Bauernmarkt geladen. Von Mirjam Hecht

Reichlich frisches Gemüse, hübsch in einem kleinen Kahn nebst Spreewaldpuppe drapiert, wies in der Spreewaldgemeinde den Weg zum Markt, auf dem sich zahlreiche regionale Stände präsentierten. An diesen drehte sich alles rund um Land- und Ernährungswirtschaft sowie traditionelles Handwerk.
So hatten die Besucher an beiden Tagen zum Beispiel Gelegenheit, einem Böttcher beim Fertigen von Fässern über die Schulter zu schauen oder die Kunst des Blaudrucks hautnah mitzuerleben.
Großes Interesse zeigten die Marktbesucher auch an dem vor Ort aufgebauten Webstuhl aus dem Bran denburgischen Textilmuseum in Forst - zum "Leidwesen" von Angela Maaß, die dieses Handwerk ausdauernd vorführte, Beine und Arme dabei kräftig zum Einsatz bringend. "Das ersetzt jedes Fitnesstraining", stöhnte die 45-Jährige. "Gott sei Dank sind wir zu zweit hier. Einer allein könnte daran nicht sehr lange arbeiten." Weniger angestrengt führten da die Trachtensticker und Glasschleifer den Besuchern ihr Handwerk vor.
Großes Interesse wurde natürlich auch den kulinarischen Köstlichkeiten des Marktes entgegengebracht. So sorgten Brote mit selbst gemachter Butter am Stand der Wittmannsdorfer Butterfrauen für eine lange Menschenschlange.
Herrlich duftete es zudem aus dem Spreewälder Holzbackofen, wo vom Sauerkraut- bis zum Nussbrot eine große Auswahl an Gebackenem wartete.
Zum Kaufen und Mitnehmen hielt der Markt jede Menge bereit - seien es Sämereien aus dem Burger Kräutergarten, Korbwaren, Bürsten oder gar der Spreewald-Überraschungstopf.
Reichlich Leinöl ging über den Tisch von Jörg Behrendt von der Kanow-Mühle in Sagritz. Der hielt zudem eine ganz andere Spezialität bereit - große Pferdekeks-Ölkuchen. "Pferde sind ganz verrückt nach dem Pressrückstand der Leinsamen und kriegen davon ein glattes und glänzendes Fell", erklärte Behrendt. "So müssen sie als Leckerei nicht immer nur Möhren bekommen."
Etwas ganz Besonderes gönnte sich auch Familie Bäder. Die Urlauber aus München ließen sich einen eisgekühlten 20-prozentigen Gurkenlikör schmecken. "Das ist gar nicht mal schlecht", urteilte Angelika Bäder. "Passt tatsächlich gut zusammen - Gurke und Alkohol." Zehn Tage will die bayrische Familie im Spreewald verweilen und freute sich, dass sie mit dem Bauernmarkt einen "tollen Auftakt" erleben konnten.
Zusätzlich machten ein großes Festprogramm mit Tanz und Musik auf der Bühne sowie Belustigungen für die Jüngeren den Markt zu einem schönen Erlebnis für Große und Kleine. Und nicht wenige schlenderten mit einem Eimerchen Spreewaldgurken oder einem Korb erntefrischer Kartoffeln vom diesjährigen Handwerker- und Bauernmarkt nach Hause.

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