Die Angst vor der Abwanderung von Gästen in andere Spreewaldgemeinden geht bei den Burger Vermietern und Tourismusdienstleistern um. „Die Nachbarorte freuen sich schon über Gäste, die zu ihnen ausweichen werden“ , gab Anita Bordmann im Hauptausschuss verbreitete Befürchtungen wieder. „Erholungsuchende werden dort übernachten, wo sie keinen Kurbeitrag zahlen müssen und nur noch tagsüber in unsere Gemeinde kommen.“ Andere Abgeordnete warnten davor, das zarte Pflänzchen des touristischen Aufschwungs zu zerstören.
Die drei Fraktionen haben eine eigene Satzung erarbeitet, die am 23. Juni in der Gemeindevertretung beraten wird. Sie soll den Beschluss vom 8. Oktober 2003 ablösen, nach dem 2005 pro Übernachtung 1,50 Euro vom Vermieter gegen eine Unkostenbeteiligung an die Gemeinde abzuführen wären. Die Initiatoren des Antrags kündigten an, juristische Schwächen wie die laut Gesetz unzulässige Einbeziehung von Tagungsteilnehmern bis zur Abstimmung zu beseitigen. Zahlen sollen aber alle Kinder und Jugendlichen, die im Schullandheim übernachten, die Gäste der Jugendherberge und alle Patienten der Reha-Klinik.
Bürgermeister Martin Schmidt wandte sich als einziges Ausschussmitglied gegen den Antrag. Er verwies auf die hohen Investitionen der vergangenen Jahre in die Infrastruktur und den dabei erreichten Stand. Auch künftig müsse die Gemeinde viel Geld für den Ausbau der Fremdenverkehrsinfrastruktur und die verschiedenen Angebote für die Besucher ausgeben.
„Wir ändern den Kurbeitrag ohne ihn erprobt zu haben. Statt über die Senkung, sollten wir über ein verbessertes kulturellen Angebot nachdenken“ , sagte der Bürgermeister.
Kämmerin Petra Krautz warnte mit Blick auf den defizitären Etat vor den Folgen des abgesenkten Kurbeitrages. „Die Kommunalaufsicht hatte bei der Genehmigung des Haushaltssicherungskonzeptes davor gewarnt, durch Beschlüsse der Gemeindevertretung die Einnahmen zu reduzieren. Wenn dies geschieht, müssen Kompensationen an anderen Stellen gefunden werden. Zudem ist die Gemeinde an das von ihr beschlossene Haushaltssicherungskonzept gebunden.“ Burg würde 2005 durch den gekappten Kurbeitrag 120 000 Euro Einnahmen verlieren. Für Kompensationen sah die Kämmerin keine Möglichkeiten.

Hintergrund Dauerthema Kurbeitrag
 Überlegungen über einen Kurbeitrag in Burg gab es schon im Jahr 2000. Seit zwei Jahren wird darüber diskutiert und die Satzung im Vorjahr beschlossen. Die Erhebung wurde dann von 2004 auf 2005 verschoben. Im Amt Burg würde nur in Burg selbst ein solcher Beitrag erhoben, dessen Einnahmen in den Ausbau der touristischen Infrastruktur fließen sollen.