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| 01:02 Uhr

Am Wochenende ist in Illmersdorf wieder Mumienzeit

Drebkau.. Wer am Wochenende einen Blick auf die Illmersdorfer Mumien werfen will, kann wieder einfach losfahren. Seit Samstag ermöglichen es freiwillige Helfer, dass bis zum Oktober samstags, sonntags und an Feiertagen die Kirche von 11 bis 16 Uhr Gästen ohne Voranmeldung offen steht. Ronald Ufer


„Die meisten von uns betreuen schon seit vielen Jahren Schaulustige. Sie können viel zur Geschichte der Kirche und der Mumien, aber auch zur Region erzählten“ , sagte Steffen Dittrich. Der langjährige Illmersdorfer Kirchenälteste widmet sich schon seit Jahrzehnten dem Sakralbau. Er hat sich für die Sanierung der kleinen Kirche ebenso engagiert wie für die aufwändige Herrichtung der Mumien.
„Viele Schüler, die in den vergangenen Jahren hier Führungen gestaltet haben, müssen derzeit Prüfungen ablegen und stehen deshalb wohl erst im Sommer oder Herbst wieder zur Verfügung. Wir haben daher mit der Drebkauer Kirchengemeinde gesprochen, ob sie uns unterstützen kann“ , erzählte Steffen Dittrich.
In der Gruft liegen in offenen Särgen Caspar Ernst von Norman, der Bauherr der Kirche, sein Sohn, seine Mutter und seine Schwiegertochter, die noch ihr totes Baby im Arm hält. Sechs weitere Särge in der Gruft sind geschlossen, für die Reinigung der Mumien und ihrer farbenprächtigen Festgewänder fehlen der Kirchgemeinde und dem kleinen Ort das Geld. Die schützende Glasscheibe ermöglicht die Aufrechterhaltung eines gleichmäßigen trockenen Klima und soll das Eindringen von Pilzen, die die Mumien zerstören könnten, verhindern.
Die Führer wollten aber nicht nur über die Normans und ihre natürliche Mumifizierung durch die vorherrschende Trockenheit und die günstigen Belüftungsverhältnisse erzählen. Interessantes gibt es auch über die Geschichte des vor mehr als 260 Jahren durch das Adelsgeschlecht errichtete Gotteshaus zu berichten. Früher war es den Adligen vorbehalten, die Dorfbewohner mussten nach Greifenhain zum Gottesdienst laufen. Die Kirche ziert ein wertvoller Altar, der wie andere erhaltene Stücke aus dem 18. Jahrhundert stammt. Bei der Sanierung des Sakralbaus wurden nur die alten Bemalungen freigelegt und konserviert. Auf Versuche, die Ausstattung zu ergänzen oder komplett zu restaurieren, wurde verzichtet. Auch so entfalten die alten Elemente eine beeindruckende Wirkung. Sehenswert sind auch die schöne Fachwerkrückseite der Kirche und die in die Außenmauern eingelassenen Wappen.
Auch wenn die meisten Besucher vom Frühjahr bis Herbst bei Wochenendausflügen in Illmersdorf Station machen, Interesse wecken die Mumien das ganze Jahr über. „Regelmäßig kommen auch im Winter Reisegruppen, um die Gruft zu besichtigen“ , berichtete Steffen Dittrich stolz.