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| 01:03 Uhr

Am Greifenhainer Fließ klappert die Mühle wie vor 100 Jahren

Müschen.. Über 500 Neugierige kamen gestern am Deutschen Mühlentag zu Paulicks nach Müschen. Die Familie betreibt die letzte Wassermühle Süd-Brandenburgs. Marion Hirche

Bei Führungen erlebten Gäste, wie aus Korn Mehl wird, machten sich mit der noch gut funktionierenden Technik vertraut und erfuhren, was es bedeutet, heutzutage Müller zu sein.
Der studierte „Chefmüller“ Dirk Paulick führte durch sein Reich. Zunächst wurde anhand von Schautafeln der Mahlvorgang theoretisch erklärt. Jeder Besucher durfte Roggen-, Weizen-, Gerste- oder Dinkelkörner einmal in der Hand spüren und sah das fertige Mehl in den weiteren Schalen.
Weiter ging es zu den Getreidesilos. „Hier können wir 1000 Tonnen Getreide lagern“ , erklärte Dirk Paulick. Die Wasserturbine aus dem Jahr 1951 tut's immer noch: „Gut geschmiert, ist halb gewonnen“ , sagt der Müller schmunzelnd. Er hat Geräte aus über 40 Mühlen zusamengetragen. Zusammen mit seinem Vater Heinz wurde alles in Schuss gehalten. Angetrieben durch die alte Turbine „klappert die Mühle“ am Greifenhainer Fließ noch immer. Ganz oben befinden sich die hölzernen Plansichter. Diese 1,5 Tonnen schweren Kolosse rütteln und schütteln, so dass am Ende Schale und Mehlkern sauber getrennt sind.
20 Tonnen Getreide werden am Tag verarbeitet, 16 Tonnen Mehl kommen am Ende heraus. Paulicks haben sich besonders der Verarbeitung von Ökogetreide angenommen. „Wo wird das Mehl hingeliefert?“ , wollte Kerstin Hesse aus Cottbus wissen. „Wir beliefern Bäckereien und Einrichtungen im Umkreis von 100 Kilometern“ , war die Antwort. Zum Abschluss konnten Rundgangteilnehmer das Foto vom Ururgroßvater Wilhlem Paulick, der 1890 die Mühle erwarb, bestaunen. Junior Stefan Paulick, vielleicht der zukünftige Müller, brutzelte derweil Wurst und Steaks auf dem Grill. „Wir sind zufällig vorbeigekommen und bereuen es nicht, dass wir gehalten haben“ , meinte Erich Schumann aus Radebeul. Elke Schlenker aus Burg ist froh: „Wir wohnen hier und kannten die Mühle nicht, das hat sich jetzt geändert.“