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| 02:34 Uhr

Altes Turnow erwacht zwischen Buchseiten zu neuem Leben

Turnow. Unter dem Titel "Nìgajny Turnojski gólc a jogo starki" (Ehemaliger Turnower Junge und sein Großvater) ist ein zweiter Band zur wendischen Umgangssprache im 20. Jahrhundert erschienen. rur1

Darin erzählt Berthold Pahn in der Sprache, mit der er aufwuchs, über seinen Großvater, die Kinder- und Jugendjahre in Turnow und Anekdoten aus dem Ort.

Das von der Schule für Niedersorbische Sprache und Kultur in Cottbus herausgegebene Werk wurde in Turnow vorgestellt. Dabei las Berthold Pahn vor den begeisterten Zuhörern einige der Geschichten vor.

Mit dem Projekt war mit dem Band "Stary ylowaà wulicujo - Wendisches zum Hören und Lesen - Wissenswertes und Unterhaltsames aus Sielow" von Erwin Merschenz gestartet. Das Projekt solle die wendische Umgangssprache bewahren, bei der sich in jedem Ort auch eigene Begriffe herausgebildet hätten, sagte die Leiterin der Schule für Niedersorbische Sprache und Kultur, Maria Elikowska-Winkler.

Das Turnower Buch enthält zwei CDs, auf denen Berthold Pahn die lebendigen und oft humorvollen Geschichten liest. Die Kombination von Hören und Schrift soll Lernenden die gebräuchliche Alltagssprache erlebbar machen und helfen, sie zu erlernen. "Berthold Pahn zählt zu den wenigen, die das Turnower Wendisch noch beherrschen und dem Publikum darbieten können. Das Buch ist ein großer Schritt, es zu bewahren", sagte Erwin Hannusch, der das Vorwort schrieb, bei der Lesung. Er wünschte sich für einen dritten Band der Reihe eine Autorin. Das Projekt der Sprachschule wird von der Stiftung für das sorbische Volk, der Stadt Cottbus und dem Spree-Neiße-Kreis gefördert.