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| 01:03 Uhr

„Alles hat am Ende geklappt, wie ich es mir vorstellte“

Spätestens, wenn es um die Berufswahl geht, schauen sich viele Jugendliche aus Cottbus auch in anderen Regionen Deutschlands um. Ein Beispiel: Vor fünf Jahren verließ Susan Sauermann, damals 20 Jahre alt, die Stadt, und heute arbeitet sie in ihrem Traumjob in Hamburg. Von René Wappler

Es war im Jahr 1999. Susan Saucrmann hatte gerade ihr Abitur abgelegt und erklärte in einer RUNDSCHAU-Umfrage: "Ich ziehe nach Dresden, beginne dort eine dreijährige Ausbildung an einer Berufsakademie." Die Praxis wollte sie in einem Versandhaus erlernen. "Klamotten interessieren mich wahnsinnig."
Und heute„ Hat sie ihren Traum verwirklicht. Susan Sauermann lebt in Hamburg, arbeitet beim Otto-Versand im Bereich für Marketing und Werbung, mit einem Abschluss als Diplom-Betriebswirtin. Sie zeigt sich rundum zufrieden. "Bei mir hat alles so geklappt, wie ich es mir nach der Ausbildung vorstellte. Aus drei Monaten in Hamburg wurden mittlerweile drei Jahre."
Zunächst arbeitete sie in Dresden in einem Callcenter. Schnell stellte sich heraus: "Das war es nicht für mich. Ich wollte die große weite Welt erleben, also zog ich im Jahr 2000 nach Hamburg." Und das Versandhaus übernahm sie zum Ende der Ausbildung.
Alle zwei Monate besucht Susan ihre Eltern in Gallinchen, zu den engsten Freunden aus Cottbus hält sie immer noch Kontakt - und hat dabei die Vorteile von E-Mails schätzen gelernt. "Einige von ihnen sind ganz aus Deutschland weggezogen, nach Neuseeland oder Amerika zum Beispiel. Da freue ich mich natürlich, dass ich ihnen per Computer Nachrichten zukommen lassen kann."
Die Hamburger, gesteht sie, seien schon ein eigenes Völkchen, manchmal etwas verschlossen. "Aber auch da hatte ich Glück. In der Berufsschule war ich das Nesthäkchen, die einzige aus Ostdeutschland, und vielleicht deshalb wurde ich sehr warm und freundlich aufgenommen." Derzeit kann sich Susan Sauermann nicht vorstellen, in einer anderen Stadt zu leben. "Ich bleibe hier. Berlin ist mir zu groß, Hamburg hingegen genau richtig." Natürlich seien ihre Eltern ein wenig traurig, weil sie die Heimat verlassen hat. "Aber beide sind auch stolz auf mich: Schließlich wissen meine Eltern, dass ich den richtigen beruflichen Weg eingeschlagen habe. Mit meiner Mutter pflege ich zudem regen SMS-Kontakt."
Mode ist auch privat ein wichtiges Thema für die ehemalige Cottbuserin: Im Monat, so schätzt sie, gibt sie 200 Euro für neue Kleidung aus. Alte Stücke, die sie nicht mehr trägt, gibt sie an Caritas-Einrichtungen weiter. "Mode ist nun mal ein superschnelllebiges Geschäft." Klar, dass sie die Trends für das Jahr 2005 studiert hat. So lautet ihre Prognose für Damenmode: "Frauen tragen in diesem Jahr bunte, gar grelle Farben."
Stilsicherheit, behauptet sie, könne man nur schwer lernen: "Ich glaube, das ist angeboren. Klamotten waren von Anfang an mein Hobby." Der erste Eindruck sei halt immer der wichtigste - "und zu diesem ersten Eindruck gehört die Kleidung eines Menschen".
Dabei sei es jedoch kein Problem, wenn sich jemand mangels Fantasie dafür entscheide, Jeans zu tragen: "Wenn sie gut aussehen und zur Figur passen, warum nicht“" Für Todsünden hält Susan Sauermann hingegen: Tennissocken in Sandalen, Hochwasserhosen oder Hosen, die in den Kniekehlen hängen. "Sieht man ja heutzutage oft bei jungen Leuten. Ist aber eine Phase, die sicher wieder vorbeigeht."

Hintergrund Zahlen und Fakten
 Im dritten Quartal des Jahres 2004 zogen 1687 Menschen aus Cottbus weg, davon 909 Männer und 778 Frauen. Nach Cottbus kamen in diesem Zeitraum wiederum 1372 neue Einwohner: 803 Männer und 569 Frauen.