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| 01:24 Uhr

Albert Förster

Vor 50 Jahren, am 9. Januar 1958, starb der Antifaschist Albert Förster, nach dem in Sandow eine Straße benannt ist. Förster, geboren am 21.

Februar 1888 in Sandow, war der Sohn eines Tuchmachers und arbeitete nach dem Besuch der Volksschule zunächst in der Tuchindustrie, später auf dem Bau. Er war gewerkschaftlich seit 1906 im Deutschen Textilarbeiterverband organisiert, danach im Deutschen Baugewerkschaftsbund. Mit 18 Jahren trat er der SPD bei. Mit 25 Jahren gründete er die Freie Sportvereinigung Sandow, die bis zum Jahr 1933 existierte. Im 1. Weltkrieg wurde er als Soldat an die Front geschickt. 1918 bis1920 arbeitete er als Revisor der Kriegsgefangenlager im Kreis Cottbus. Im bewaffneten Kampf zur Abwehr des Kapp-Putsches 1920 wurde der inzwischen in die USPD eingetretene Förster zum militärischen Leiter gewählt, wo es den kämpfenden Arbeitern gelang, bei Willmersdorf einen Panzerzug außer Gefecht zu setzen. Im Januar 1930 erklärte er in einer öffentlichen Versammlung im Gasthaus Altmann (spätere Stadtsäle) seinen Eintritt in die KPD. Im Februar des gleichen Jahres wurde er als Vorsitzender des Erwerbslosen-Ausschusses gewählt und vertrat viele der 11000 Arbeitslosen der Stadt vor der Spruchkammer des Arbeitsamtes. Nach dem Verbot der KPD schloss sich Albert Förster der illegal arbeitenden Widerstandsgruppe um Willy Jannasch an.
1936 wurde er verhaftet und wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" zu einem Jahr Gefängnis in Berlin-Tegel verurteilt. Als Hilfsarbeiter auf dem Bau stand er drei Jahre unter Polizeiaufsicht und wurde für wehrunwürdig erklärt.. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde er durch den sowjetischen Kommandanten des Kreises Cottbus, Major Sawkin, zum Chef der Kreispolizei ernannt, eine Aufgabe, der er sich bis 1947 widmete. Als Rentner arbeitete Förster im Antifa-Ausschuss und hatte viele Gespräche über den Widerstand gegen das Hitlerregime vor allem mit Schülern der Stadt. (hhk)