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| 20:34 Uhr

Stadtpromenade am Cottbuser Blechen Carré
Aktionen gegen Brachfläche geplant

 Die Brache vor dem Blechen Carré in Cottbus sorgt immer wieder für Diskussionen.
Die Brache vor dem Blechen Carré in Cottbus sorgt immer wieder für Diskussionen. FOTO: Frank Hilbert
Cottbus. Mitglieder von Bürgerinitiative sehen in Grünanlage am Blechen Carré nur einen kleinen Fortschritt.

Die Mitglieder der Bürgerinitiative Schönes Cottbus wollen eine Frist von vier Wochen abwarten. Falls bis dahin keine Arbeiten an einer Grünfläche im Stadtzentrum begonnen haben, planen sie weitere Aktionen gegen die Brachfläche neben dem Blechen Carré. Das erklärt Harald Müller von der Initiative.

Er bezieht sich auf eine Ankündigung aus dem Rathaus. Pressesprecher Jan Gloßmann hatte am vergangenen Freitag mitgeteilt, die Fläche in der Stadtpromenade werde „kurzfristig hergerichtet“. Das gehe aus einer Abstimmung zwischen der EKZ Stadtpromenade GmbH und der Stadt hervor. Investor und Eigentümer der Fläche in der Stadtpromenade arbeiten nach den Worten des Pressesprechers „weiter intensiv“ am Projekt des Einkaufszentrums. Eine Entscheidung sei aber nicht vor dem ersten Quartal 2020 zu erwarten.

Die Mitglieder der Bürgerinitiative „begrüßen die Ankündigung, Bereiche der Brache in Grünland umzuwandeln“. So heißt es in ihrer Stellungnahme vom Montag. Der Plan entspreche den Forderungen vieler Bürger. Schließlich hätten sie sich dafür eingesetzt, dass der Schandfleck so schnell wie möglich verschwindet. Die Bürgerinitiative hat nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 4000 Unterschriften gesammelt. Allerdings bestehe für die Mitglieder kein Grund zur Euphorie. „Nach den Worten folgten leider nie wirkungsvolle Taten“, schreiben sie in ihrer Stellungnahme. „Unverständlich ist es für uns, warum erst im ersten Quartal 2020 eine Entscheidung zur gesamten Fläche getroffen werden kann.“ So bewerten die Mitglieder der Bürgerinitiative diesen Termin als „Verzögerungstaktik“. Konsequentes Handeln helfe „sicher mehr“, teilen sie mit.

Linke reagieren enttäuscht

Auch der Ortsverbandschef der Cottbuser Linken äußert sich skeptisch. „Die endlos traurige Geschichte geht weiter“, urteilt Eberhard Richter. Ein wenig Grün komme nun vielleicht über den halben Schandfleck, doch „bei der bisherigen Verlässlichkeit der Aussagen“ sei „selbst das anzuzweifeln“. Die Linke in Cottbus folge dem Standpunkt, dass die Stadt kein weiteres Einkaufszentrum braucht. „Es muss schnellstens eine Lösung gefunden werden, die unserer Stadt nützt und sie nicht weiter lächerlich macht“, erklärt Eberhard Richter. Stattdessen gehe es weiter mit Versprechen, Vertrösten und Verschieben. „Entweder der Investor hat ein ehrliches Interesse, und er ist potent genug, oder er soll die Fläche an die Stadt geben“, erklärt der Vorsitzende des Ortsverbands.

Die Mitglieder der Bürgerinitiative wollen sich derweil noch nicht konkret zu den Aktionen äußern, die sie für den Fall planen, dass in einem Monat noch keine Grünanlage absehbar sein sollte. So sagt Harald Müller: „Wir stimmen uns dazu im Moment ab.“ Viel zu wenig passiere auf der Brachfläche, kritisiert er. „Alles wird ohne konkretes Datum angekündigt, immer wieder bleibt es bei vagen Andeutungen.“ Darüber hinaus habe die Initiative bisher nur den offiziellen Bescheid erhalten, dass sich im März der Rechtsausschuss mit der Unterschriftenliste befasste. Vergeblich hofften die Initiatoren jedoch auf einen Hinweis darauf, wie die Mitglieder des Ausschusses zu der Petition stehen, wie Harald Müller anmerkt. „Wir finden es bedauerlich, dass das Stadtparlament nach unserem Empfinden einfach nur zusieht“, sagt er. „Hier wäre mehr möglich gewesen.“

 Die Brache vor Blechen Carré in Cottbus sorgt immer wieder für Diskussionen.
Die Brache vor Blechen Carré in Cottbus sorgt immer wieder für Diskussionen. FOTO: Frank Hilbert