(sha) Erstmals wird es in der nächsten Woche das Literaturfestival „Mutausbruch“ speziell für Kinder und Jugendliche geben. „Jeden Tag flattern neue Anmeldungen ein“, sagt Projektverantwortliche Ines Göbel. Die selbst gesteckte Marke von 150 Teilnehmern ist schon geknackt. Einige freie Plätze für die Workshops vom 20. bis 24. Mai im Cottbuser Gladhouse gibt es jedoch noch.

Erklärtes Ziel ist es, den Kindern und Jugendlichen Lust aufs Schreiben zu machen. „Im Alltag fehlen häufig Zeit und Muße dafür“, sagt Göbel. Sie leitet die Literaturwerkstatt im Gladhouse, bei der sich im 14-tägigen Rhythmus rund 30 Schüler aller Altersklassen treffen. Sie ist aber auch an den Schulen unterwegs. Besonders beliebt bei Kindern und Jugendlichen seien Fantasy-Geschichten, aber auch klassische Gedichte und seit Kurzem Poetry-Slam.

„Das kennen alle, sogar die Lehrer“, sagt Göbel schmunzelnd. Poetry-Slam ist ein Literaturwettbewerb, bei dem die Teilnehmer selbst geschriebene Texte in einer vorgegebenen Zeit dem Publikum vortragen. Am Ende küren die Zuhörer den Sieger. Neben dem Text geht es auch um die Selbstinszenierung. Mit dieser ganz besonderen Kategorie beschäftigt sich beispielsweise der Autor und Sprachlyriker Temey Tesfu in seinem Workshop.

Über eine Reihe namhafter Dozenten, die für das Literaturfestival gewonnen werden konnten, freut sich Göbel ganz besonders. So werden unter anderem Claudia Kühn, die für ihr Jugendbuch „Strom auf der Tapete“ im Jahr 2017 den renommierten Peter-Härtling-Preis erhielt, oder Carmen Winter, Vorsitzende des Schriftstellerverbandes Berlin-Brandenburg, mit dabei sein. Die Workshopgruppen werden bewusst kleingehalten, weil das erfahrungsgemäß die Kreativität fördere.

„Für die Teilnehmer wird es ein vielfältiges Rahmenprogramm geben“, kündigt Göbel an. Dazu gehören Lesungen, Kino, Theater und Partys. Zu den Höhepunkten zählt die Lesung „Holt die Bücher aus dem Feuer“ am 24. Mai, ab 10 Uhr, im Gladhouse. Die gemeinsame Aktion mit den Bibliotheken der Stadt soll an die Bücherverbrennung im Mai 1933 erinnern, der Werke jüdischer, marxistischer, pazifistischer und politisch unliebsamer Schriftsteller zum Opfer fielen.

Am Ende des fünftägigen Literatur-Festivals werden die Teilnehmer eine Auswahl ihrer Texte vorstellen. Sogar ein Rap sei extra für das Literaturfestival gereimt worden, wie Göbel vorab verrät. Die öffentliche Präsentation samt Preisverleihung und Aftershow-Party ist am 24. Mai, ab 17 Uhr im Gladhouse geplant.