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Ärger um Witaj-Kürzungen zieht weitere Kreise

In Peitz demonstrierten Sorben/Wenden diese Woche für den Erhalt des Sorbischunterrichts und des Witaj-Projektes.
In Peitz demonstrierten Sorben/Wenden diese Woche für den Erhalt des Sorbischunterrichts und des Witaj-Projektes. FOTO: hil
Cottbus. () Eigentlich war Torsten Mack, Vorsitzender des Rates für sorbische/wendische Angelegenheiten, nach der jüngsten Sitzung zum Thema "neue Vorgaben für den Sorbischunterricht" vorsichtig optimistisch. Es habe Signale vom Bildungsministerium gegeben, dass die geplanten Änderungen milder ausfallen könnten als bisher gedacht. Andrea Hilscher

"Es scheint, als würde das Land nicht mehr auf der Zahl Zwölf bestehen", so Torsten Mack.

Denn genau diese Zahl sorgt derzeit bei den Sorben/Wenden der Region für Unmut: Genau diese Mindestzahl an Kindern soll künftig als Maßstab angelegt werden, wenn an einer Schule in einer bestimmten Jahrgangsstufe Sorbisch unterrichtet werden soll. Diese Vorgabe würde zu massiven Einschränkungen führen - kaum eine Grundschule würde es schaffen, durchgängig von Klasse eins bis Klasse sechs die erforderlichen zwölf Schüler aufzubringen.

Die leise Hoffnung, diese Zahl sei mittlerweile vom Tisch, zerplatzt allerdings schnell: Auf Nachfrage sagt Ralph Kosch, Sprecher des brandenburgischen Bildungsministeriums: "In dieser Frage wurde bisher auf niedriger Ebene verhandelt, hier ist noch gar nichts entschieden." Die Idee, den Sorbischunterricht an eine derart hohe Mindestteilnehmerzahl zu koppeln, sei aufgrund des bestehenden Lehrermangels geboren.

Das macht die Idee allerdings nicht besser, meint zumindest Kerstin Kircheis, Sorben/Wendenbeauftragte der SPD im Landtag. "Diese Idee muss vom Tisch", sagt sie und hat diesbezüglich eine Kleine Anfrage im Landtag gestellt. "Das Ministerium soll erklären, welche schwerwiegenden Gründe zu dieser Neuerung führen."

Damit würden jahrelange Bemühungen zunichtegemacht, die sorbische/wendische Sprache zu revitalisieren. "Wir haben nun einmal die besondere Verpflichtung, die Jahrhunderte alte Sprache und Kultur in unserem Siedlungsgebiet zu schützen und zu fördern. Auch, wenn das im Rest des Landes oft schwer zu vermitteln ist", so die Cottbuserin.

Torsten Mack: "Uns wird immer wieder vorgehalten, dass der Religionsunterricht an Schulen auch an die Mindestzahl von zwölf Schülern gekoppelt ist. Hier werden nicht vergleichbare Dinge gegeneinander ausgespielt." Mack weiter: "Der Rechtsanspruch eines Kindes auf Sorbischunterricht muss erfüllt werden. Auf Einschränkungen lassen wir uns nicht ein."