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| 18:08 Uhr

Peitzer Anwohner übt Kritik
Ärger um Ambrosia und Abfall vor dem Grundstück

Ambrosia, ist eine allergen wirkende Pflanze, die sich auch an Straßenrändern ausbreitet. Sie muss vor der Blüte abgemäht werden.
Ambrosia, ist eine allergen wirkende Pflanze, die sich auch an Straßenrändern ausbreitet. Sie muss vor der Blüte abgemäht werden. FOTO: Rüdiger Hofmann
Peitz. Peitzer darf vor dem Grundstück aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht mehr selbst für Ordnung sorgen. Aber die Straßenbehörde ist mit dem Job überfordert.

Thomas Hirsch hat ein großes Grundstück, rund 50 Meter grenzen an die vielbefahrene Cottbuser Straße. Zwischen Fahrbahn und Grundstücksgrenze verläuft ein abschüssiger Grünstreifen, den Hirsch bis weit nach der Wende selbst gemäht und gepflegt hat. „Irgendwann hat mir der zuständige Landesbetrieb Straßenwesen untersagt, den Streifen zu mähen“, sagt Thomas Hirsch. Der Grund: Um vor Lkw und Pkw gesichert zu sein, hatte er beim Mähen sein eigenes Auto so am Straßenrand postiert, dass der Verkehr nicht mehr ganz so dicht am Straßenrand vorbeifloss.

Dass er nun nicht mehr selbst für die Grünpflege zuständig ist, stört den Peitzer wenig – umso mehr wurmt es ihn, dass auch der Straßenbetrieb seiner Pflicht nur ausgesprochen selten nachkommt. „Einmal im Jahr wird gemäht. Gerade jetzt erst stand die Ambrosia wieder bis zu 1,60 Meter hoch vor meinem Grundstück.“ Hinzu kommt der Ärger über achtlos weggeworfenen Müll, der den Grünstreifen verschandelt.

„Weder für den Abfall noch für das giftige Unkraut fühlt sich der Straßenbetrieb offenbar zuständig“, schimpft Thomas Hirsch. Beschwerden seinerseits wurden immer wieder mit Hinweis auf den herrschenden Personalmangel gekontert. „Aber wenn ich im Winter meiner Räumpflicht nicht nachkomme, kann ich mich auch nicht rausreden und muss mit Bußgeldern rechnen“, so der Grundstücksbesitzer.

Andreas Geißler, zuständiger Bereichsleiter im Landesbetrieb für Straßenwesen, kann den Ärger zwar verstehen. Aber Abhilfe kann er trotzdem nicht schaffen.  „Wir haben einfach zu wenig Leute und können nur noch unseren Pflichtaufgaben nachkommen, für die Kür reicht es nicht mehr. Pflicht heißt in diesem Fall: Die Bankette rechts und links der Straße müssen  in einem Bereich bis 1,50 Meter zwei- bis dreimal jährlich gemäht werden, zwischen 1,50 und vier Metern einmal jährlich.

Das Dilemma: In den vergangenen Jahren musste der Landesbetrieb immer wieder Personal abbauen. Die Hoffnung damals: Man könne bestimmte Leistungen günstig einkaufen und so Kosten senken. Andreas Geißler: „In der Praxis funktioniert das nicht. Ich habe unsere Auszubildenden mal ausrechnen lassen, was es kostet, wenn wir einen Quadratmeter Bankett selbst mähen.“ Die Azubis kamen auf einen Preis von drei Cent. „Wenn wir den Auftrag vergeben, verlangen die Firmen 25 Cent. Das können wir nicht ausgeben.“

Bei Anruf: Reporter 4c
Bei Anruf: Reporter 4c FOTO: LR / Janetzko, Katrin
(hil)