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| 18:10 Uhr

Bei Anruf Reporter
Schlechter TV-Empfang in der Vogelsiedlung

Cottbus. Verbraucherschützer raten zu Fristsetzung und im Zweifel sogar zum Wechsel der Empfangssysteme. Von Peggy Kompalla

Seit Wochen krisselt es nur auf dem Fernseh-Bildschirm von Familie Schammel. Der Ton ist verzerrt. Schlimmer als zu DDR-Zeiten der West-Empfang sei das, beschreibt Sybille Schammel den Zustand. Hilfe bekomme die Familie von ihrem Kabelanbieter nicht, trotz mehrfacher Störungsmeldungen. Die Familie sei mit dem Problem nicht allein. In ihrer Nachbarschaft in der Vogelsiedlung klagten viele über dieselben Störungen. Die Juristen von der Verbraucherzentrale raten angesichts der Schilderungen zu einem klaren Schnitt und im Zweifel sogar zu einem Wechsel der Empfangssysteme.

„Seit acht Wochen geht das nun schon so“, klagt Sybille Schammel. Doch dem Kabelnetzanbieter sei das offenbar egal. „Der Service ist gleich null“, sagt die Cottbuserin. Die Probleme gebe es seit der Übernahme ihres früheren Anbieters Kabel Deutschland durch Vodafone.

„Schon allein die Service-Nummer herauszufinden, war eine Herausforderung“, erzählt sie. „Wir melden die Störungen. Aber es passiert nichts. Überhaupt erklärt uns niemand, was los ist. Man würde ja verstehen, wenn die Störungen durch Wartungsarbeiten verursacht werden.“ Allerdings treten die Probleme viel länger auf, als eine Wartung vermutlich dauern würde. Auch auf eine Anfrage der RUNDSCHAU reagiert Vodafone nicht. Deshalb raten auch die Juristen von der Verbraucherzentrale Cottbus zum Handeln. Daniela Hofmann erklärt: „Dem Anbieter muss eine angemessene Frist zum Beheben der Störungen gesetzt werden. Erst danach ist eine Kündigung möglich.“ Aus ihrer Erfahrung beträgt eine angemessene Frist 14 Tage bis drei Wochen. „Auf diese Weise hat der Vertragspartner die Chance, das richtigzustellen.“

In dem Anschreiben müsse das Problem genau benannt werden. Die Juristin empfiehlt, dies nicht per E-Mail oder gar am Telefon zu machen, sondern mit einem Brief per Einschreiben gegen Rückschrift. Verbraucherschützer Wolfgang Baumgarten erklärt: „Damit erhält man die Empfangsbestätigung des Adressaten und kann damit auch nachweisen, dass das Schreiben eingegangen ist. Das ist gut angelegtes Geld.“ Nach Ablauf der Frist könne sofort gekündigt werden. Auch diese Mitteilung sollte per Brief und mit Einschreiben vorgenommen werden.

Daniela Hofmann sagt: „Man sollte sich nach anderen TV-Empfangsmöglichkeiten umsehen.“ Demnach biete sich nicht nur eine Satellitenanlage an, Fernsehen sei mittlerweile auch über das Internet zu empfangen. „Alternativen gibt es. Die Einzelnen müssen abwägen, was für sie am besten passt.“

Diesen Weg hätte Sybille Schammel gern vermieden. „Wir waren in der Vergangenheit immer zufrieden mit unserem Kabelanbieter“, klagt sie. Plötzlich habe sie als Kundin so viel Kuddelmuddel.