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Älteste Schule der Stadt baut Brücken

Vor 140 Jahren ergriffen die 385 Schüler des Friedrich-Wilhelms-Gymnasiums Besitz von dem gerade fertiggestellten spätklassizistischen Schulbau in der Puschkinpromenade. Heute lernen in „der nicht nur ältesten, sondern auch einer der schönsten Cottbuser Schulen“ (Oberbürgermeister Frank Szymanski) 291 Mädchen und Jungen. Die feierten gestern mit Lehrern und Gästen das Schuljubiläum. Von Ulrike Elsner

Zu den zahlreichen Ehemaligen, die zum Festakt gekommen waren, gehören auch Gudrun Müller und Jutta Eichholz. Die beiden Cottbuserinnen besuchten hier von 1947 bis 1951 die 5. bis 8. Klasse der damaligen Einheitsschule IV. Gern erinnern sie sich an die „tolle Biologie-Lehrerin“ und die Vitrinen mit den ausgestopften Tieren. Das Schönste sei aber die Abschlussfahrt gewesen, sagt Jutta Eichholz. Damals ging es für vier Wochen nach Sellin an der Ostsee.
Heute lernt Gudrun Müllers Enkel in der Erich-Kästner-Grundschule - einer Schule mit ausgeprägtem sprachlichem Profil. Unter dem Motto „Sprachen bauen Brücken“ werde besonders intensiv Deutsch gelernt, erklärt Schulleiterin Angelika Nagel. Außerdem stehen Französisch als Begegnungssprache, Englisch und Sorbisch auf dem Stundenplan.
Wie gut sie mit Sprache umgehen kann, bewies die Schülerin Hella Stoletzki. Sie erntete beim Festakt viel Beifall für ihr selbstverfasstes Gedicht „Meine Schule“ . Ebenso wie Stephan Rolland, der auf der Klarinette Beethovens „Ode an die Freude“ vortrug.
In seiner 140-jährigen Geschichte hat das Gebäude stets eine Schule beherbergt, auch wenn die Schulformen wechselten. Auf die Höhere Schule folgten Einheitsschule, Polytechnische Oberschule und Grundschule. Das Bauwerk sei Zeuge eines erstaunlichen Aufschwungs vom Provinzstädtchen zur Mittelstadt gewesen, sagte Frank Szymnaski. Ein selbstbewusstes Bürgertum und eine gut ausgebildete Arbeiterschaft hätten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen Aufstieg aus eigener Kraft bewältigt. „Eine Aufgabe“ , so der OB, „vor der wir heute wieder stehen“ .