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| 09:38 Uhr

DLRG warnt
Achtung, das Eis ist gefährlich!

 Obwohl es seit ein paar Tagen knackig kalt ist, trägt das Eis im Spreewald noch lange nicht.
Obwohl es seit ein paar Tagen knackig kalt ist, trägt das Eis im Spreewald noch lange nicht. FOTO: Peter Becker
Cottbus. Jetzt ist der Frost auf in der Lausitz angekommen. bei Temperaturen von -10 Grad freut sich mancher schon auf Spaziergänge auf zugefrorenen Bächen, Fließen und Deichen. Aber vorsichtig: Noch ist das Eis nicht sicher! Von Bodo Baumert

„In den ersten Tagen des sehr kalten Wetters trägt das Eis meist noch nicht“, warnt der Deutsche-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Cottbus. Zwar sei das Interesse gerade jetzt bei Kindern und Erwachsenen groß, die möglicherweise zugefrorenen Bäche oder Teiche zu betreten. Doch dafür sei es noch zu früh – trotz eisiger Temperaturen.

„Gehen Sie nicht gleich an den ersten Tagen auf zugefrorene Gewässer. Erkundigen Sie sich beim zuständigen Amt, ob ein gefahrloses Betreten der Eisflächen möglich ist“, mahnt DLRG-Sprecher Robert Büschel. Das Eis auf stehenden Gewässern sollte mindestens 15 Zentimeter dick sein, auf fließenden Gewässern mindestens 20 Zentimeter. Und selbst das garantiere noch keine absolute Sicherheit.

  Kleine Eisstücken am Ufer des zugefrorenen Großen Storkower Sees schimmern im Gegenlicht des Sonnenuntergangs.
Kleine Eisstücken am Ufer des zugefrorenen Großen Storkower Sees schimmern im Gegenlicht des Sonnenuntergangs. FOTO: dpa / Patrick Pleul

„Besonders Eltern sollten ihre Kinder für die Gefahren auf dem Eis sensibilisieren. Schon kleinste Eisflächen, wie der heimische Gartenteich, bergen mitunter große Risiken und können recht schnell zur Falle für kleine Kinder werden“, so Robert Büschel.

„Deshalb sollten Eltern, Lehrer und Erzieher die Kinder unbedingt über die Gefahren beim Betreten von Eisflächen aufklären“, warnt auch Heinz Gräfe, Geschäftsführer der Landestalsperrenverwaltung.

Tipps der DLRG

Das Eis sende Signale aus, die jeder kennen sollte, so die DLRG. Ihre Tipps:

„Verlassen Sie das Eis sofort, wenn es knistert und knackt.“

„Dunkle Stellen verraten, dass das Eis noch zu dünn ist. Hier droht erhöhte Gefahr einzubrechen.“

„Besondere Vorsicht ist auf verschneiten Eisflächen, an bewachsenen Uferzonen und Wasserbauwerken geboten.“

„Seen, die von Bächen oder Flüssen durchzogen sind, stellen eine besondere Gefahr dar. An den Ein- oder Ausflüssen kann innerhalb weniger Meter das Eis deutlich dünner und die Eisqualität völlig anders sein, als auf dem Rest des Sees.“

So hilft man Eingebrochenen

Wer im Eis einbreche, sollte versuchen, sich flach auf das Eis zu legen und langsam in Richtung des Ufers zu bewegen. Alles, was das Gewicht auf dem Eis verteilt, sei ein gutes Hilfsmittel – auch für Retter. Das könne zum Beispiel ein Brett, eine liegende Leiter oder ein umgedrehter Schlitten sein.

Nach der Rettung sollte eine eingebrochene Person langsam, mit Hilfe trockener Kleidung und Decken, aufgewärmt werden. „Eine Unterkühlung kann lebensbedrohlich sein, ein Notruf sollte dementsprechend abgesetzt werden“, so DLRG-Sprecher Büschel.

Winterkampf gegen Schnee und Kälte in der Lausitz 1978/1979 FOTO: Lausitzer Rundschau Medienhaus / Erich Schutt