ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:06 Uhr

Abkehr vom Konfrontationskurs

Der Standort: Hier hin soll das Center, von dem sich viele die oft zitierte Belebung der Innenstadt erhoffen.
Der Standort: Hier hin soll das Center, von dem sich viele die oft zitierte Belebung der Innenstadt erhoffen. FOTO: Michael Helbig
Die Absicht des Hamburger Konzerns GWB, in die einstigen ECE-Pläne einzusteigen und das Einkaufscenter in der Cottbuser Innenstadt zu errichten, sorgte auch in der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten für Gesprächsstoff – am Rednerpult und in der Kaffeepause. Meist wurde der Wunsch laut, endlich zu einer Kompromisslösung zu kommen und nach dem langen Auf und Ab ein Center zu realisieren. Von Klaus Alschner

Oberbürgermeisterin Karin Rätzel: „Unser gemeinsames Ziel muss es sein, ein Projekt zur Belebung der Innenstadt und zum Ausgleich der Defizite im Einzelhandel umzusetzen, das die größtmögliche Akzeptanz in der Bevölkerung findet. Die gestrige Präsentation war ein Schritt in diese Richtung, und ich bin überzeugt, dass sich die bisherigen Gegner des noch gültigen Bebauungsplanes darin wieder finden könnten. Wichtig ist, dass wir erkennen, dass Cottbus von Außenstehenden als Wachstumsregion gesehen wird. Das dürfen wir nicht wieder verspielen, indem wir auf Konfrontation gehen.“
Die GWB-Gruppe, die sich am Dienstag als Nachfolge-Investor ins Spiel gebracht hatte, befasst sich nach eigenem Firmen-Exposé vorwiegend mit dem Bau, der Vermietung und Verwaltung von Handels- und Gewerbeprojekten. Mit einem durchschnittlichen Investitionsvolumen von 30 bis 40 Millionen Euro gehöre die Gesellschaft zwar nicht zu den Größten, aber dennoch zu den bedeutenden Unternehmen der Branche. Firmenschwerpunkte sind Marktforschung, Planung, Entwicklung, Bau, Vermietung und Verwaltung von Einkaufszentren, Fachmarktzentren, SB-Warenhäusern, Verbrauchermärkten, City-Centern, Büro- und Geschäftshäusern. Projekte befinden sich unter anderem in Berlin, Hamburg, Lübeck. Die GWB verweist auf „50 erfolgreich gebaute Objekte in den letzten acht Jahren“ .
Geschäftsführer Norbert Herrmann hatte am Dienstagabend vor einer Reihe Cottbuser Kommunalpolitiker zu seinen Plänen gesagt: „Wenn das realisiert wird, bekommt Cottbus einen gewaltigen Schub in der Innenstadt“ . Zum ebenfalls in Hamburg ansässigen ECE-Konzern bestünden gute Verbindungen. ECE sei durchaus in der Lage, den Markt sehr realistisch zu bewerten und habe bei den Partnern einen guten Ruf. Herrmann: „Wenn ECE sagt: Wir gehen nach Cottbus, dann fragen die Mieter nicht mehr: Ist Cottbus gut?“ Anders als ECE glaubt Herrmann jedoch, dass es der GWB möglich sein werde, mit den bisherigen Gegnern des Projekts zu einer Einigung zu kommen. Es gebe zum Beispiel keine Vorgeschichte mit den gegnerischen Anwälten wegen Streitfällen in anderen Kommunen.
Beim Wirtschaftsausschuss-Vorsitzenden Jörg Schnapke (CDU) war der Anruf des GWB-Geschäftsführers auf ein offenes Ohr getroffen – er bot ihm die Gelegenheit, schon vor Abschluss des Interessenbekundungsverfahrens seine Vorstellungen vor einem Kreis von Mitgliedern des Wirtschaftsausschusses und des Bauausschusses zu präsentieren. Oberbürgermeisterin Karin Rätzel wies allerdings darauf hin, dass sich die GWB an dem Verfahren bewerben müsse. Die Oberbürgermeisterin sagte zu, dass sie im Januar ein klares Signal nach Hamburg geben könne, ob in Cottbus Bereitschaft besteht, den Plänen der GWB zu folgen.GWB-Geschäftsführer Herrmann erklärte, dass es dann darauf ankäme, einstige ECE-Mietinteressenten zu kontaktieren, falls eine Fortsetzung des Projekts in Cottbus erwünscht sei.