Von Sandra Süßmuth

Sie werden immer größer – die Abibälle. Lag das Hauptaugenmerk vor einigen Jahren noch auf der Auswahl der Klamotten und der schönsten Frisur, beschäftigen sich die Schüler heute mit Größerem. Sie bilden Komitees, suchen Sponsoren, erstellen Internetseiten und Gästelisten, schließen Verträge mit Lokalitäten in denen üblicherweise große Messen stattfinden, planen Buffets und lassen den Vorverkauf der Eintrittskarten für ihren Ball starten.

Das Fürst-Pückler-Gymnasium machte 2018 aus seinem Abiball eine rauschende Nacht mit hunderten Gästen. Um der Fete im vergangenen Jahr in nichts nachzustehen, laufen die Planungen des Abiball-Komitees 2019 auf Hochtouren. Am 1. Juni feiern die zirka 80 künftigen Abiturienten in der Messehalle ihren wirklich allerletzten Schultag. Eine von ihnen ist Sonique. Sie erlaubt der RUNDSCHAU einen Einblick in die Planungen.

Schon vor gut eineinhalb Jahren hat sich das jetzige Komitee gegründet. Seither stehen Vertragsabschlüsse und Verhandlungsgeschick mit Firmen und Anbietern zusätzlich auf dem Stundenplan. „Wir haben so etwas ja noch nie gemacht und hatten wenig Vorstellungen und Erfahrungen“, sagt Sonique, als es um die Frage nach der größten Hürde geht. Hierzulande eifern seit drei bis vier Jahren viele Schulen den Amerikanern nach. Auf der anderen Seite der Welt ist es schon längst normal, aus einer einst soliden Schulfeier eine legendäre Partynacht zu machen.

Nur wie finanziert sich das alles? Geld kommt von Semesterbeiträgen und Kuchenbasaren, von Schulkonzerten oder von Sponsoren, die sich in Firmen von Bekannten der Schüler gefunden haben. Das alles lässt die Kassen klingeln, sodass einem royalen Abend in Cottbus nichts im Weg stehen dürfte.

Sonique hat ihre Traumrobe selbstverständlich schon. „Die Mädchen sind fertig, jetzt sind die Männer mit ihren Anzügen dran.“ Vielleicht ist es auch das Kleid, das den Anreiz schafft. Es möglichst königlich und gebührend zu präsentieren, ist für die Abiturientinnen das Mindeste, wurde es schließlich oft extra in Dresden, Berlin oder Hamburg gekauft.

Der Ball des Pückler-Gymnasiums in der Messehalle wird auch in diesem Jahr eine öffentliche Party sein. Die Karten wird es für zirka zehn Euro im Vorverkauf und an der Abendkasse geben. „Es wird legendär. Einfach abends zur Party kommen!“ Sonique freut sich darauf, steckt sie doch mitten im Prüfungsstress. Die ersten Klausuren wollen schließlich schon in der zweiten Aprilwoche geschrieben werden.