ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:01 Uhr

Erneuter Fund am Mittwochmorgen
Abgestellte Chemikalien in Cottbus - Depot entdeckt

Eine der Behälter mit giftigen Chemikalien, die in Cottbus illegal an verschiedenen Orten abgestellt wurden. Das Reinigungsmittel wird, wenn es mit Wasser in Kontakt kommt, hochgradig ätzend.
Eine der Behälter mit giftigen Chemikalien, die in Cottbus illegal an verschiedenen Orten abgestellt wurden. Das Reinigungsmittel wird, wenn es mit Wasser in Kontakt kommt, hochgradig ätzend. FOTO: LR / Harald Pleß
Cottbus. Nachdem am Sonntag und am Dienstag in Cottbus an fünf verschiedenen Stellen in der Stadt Behälter mit giftigem Inhalt gefunden worden, ist nun auch der mögliche Herkunftsort gefunden. Ein Lagerraum im Ortsteil Branitz. Zudem wurde am Mittwochmorgen erneut ein abgestellter Chemikalien-Behälter entdeckt. Von Lydia Schauff

Wie die Staatsanwaltschaft auf Rundschau-Nachfrage informiert ist das Depot mittlerweile geräumt worden. Alles, was dort vorgefunden wurde, wurde beschlagnahmt. Über die Mengen konnte die Staatsanwaltschaft noch keine Angaben machen. Zudem stehen noch chemische Untersuchungen aus. Es sei aber wahrscheinlich, dass die im Stadtgebiet verteilten Behälter aus dem in Branitz entdeckten Depot stammen.

Nachdem am Sonntag und am Dienstag an fünf verschiedenen Stellen in der Stadt (Görlitzer Straße, Gartenstraße, Forster Straße, Bautzener Straße und Kastanienallee) jeweils zwei Behälter mit dem chemischen DDR-Reinigungsmittel „Hyfax 5“ gefunden wurden, gab es am Mittwochmorgen einen weiteren Fall.

In der Wasserstraße wurde am Bauzaun der dort befindlichen Baustelle ein Behälter mit gelben Warnaufklebern entdeckt. Die Feuerwehr hat den Behälter beseitigt. Ob der Vorfall vom Mittwoch mit den anderen Vorfällen zusammenhängt und es sich ebenfalls um Hyfax 5 handelt, muss noch geklärt werden.

Das Reinigungsmittel Hyfax 5 für Scheiben, das zu DDR-Zeiten etwa in Gewächshäusern verwendet wurde, ist nach Auskunft der Feuerwehr im festen Zustand weitgehend ungefährlich, sobald es aber in Kontakt mit Wasser kommt, wird es hochgradig ätzend. Der chemisch als Ammoniumhydrogendifluorid bezeichnete Stoff ätzt Glas. Es wird in der Erdölindustrie verwendet, um sich durch Granitschichten zu arbeiten. Zudem wird er industriell zur Fleckenentfernung genutzt.

Aktuell werden die Ermittlungen gegen unbekannt geführt. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen Verdachts des Verstoßes nach Paragraf 326 des Strafgesetzbuches, dem unerlaubten Umgang mit Abfällen. Neben den Strafen, die den Cottbuser Chemikalien-Rowdys deshalb drohen würden, müssten die Verantwortlichen zudem sehr tief in die Tasche greifen und auch die Einsätze von Feuerwehr und Polizei, die sie damit ausgelöst haben, bezahlen.

Neben den Chemikalien-Verteilern wird sich aber auch der Besitzer des Grundstücks, auf dem die Behälter mit dem Reinigungsmittel entdeckt wurden, verantworten müssen, weil er die Behälter mit dem chemischen Stoff nicht richtig gelagert und auch nicht entsprechend vor fremdem Zugang gesichert hatte. Aktuell wird ermittelt, wem das Gelände gehört.

Die Polizei geht davon aus, dass das Abstellen der bis zu fünf Kilogramm schweren Behälter an den verschiedenen Orten einen gewissen Aufwand erfordert hat. Deshalb bittet die Polizei die Cottbuser, die sachdienliche Hinweise zu den bisher noch nicht bekannten Tätern können, sich zu melden. Hinweise können telefonisch unter 0355 4937 1227 an die Polizeiinspektion Cottbus/Spree-Neiße oder online unter www.polizei.brandenburg.de/onlineservice/hinweis-geben gegeben werden.

Wenn der Unbekannte oder die Unbekannten nicht vor der Beräumung des Lagerraumes in Branitz noch weitere Behälter mitgenommen haben, um diese ebenfalls im Stadtgebiet illegal abzustellen, sollte jetzt erst einmal Ruhe einkehren.