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| 02:34 Uhr

Abfuhr für Pendelbahn nach Schmellwitz

Cottbus. Nach eingehender Prüfung hat Cottbusverkehr den Vorschlag zur Einrichtung einer Pendel-Straßenbahn in Richtung Alt-Schmellwitz abgelehnt. Darüber informiert Jörg Reincke, Geschäftsführer des Verkehrsbetriebes. pk

Hauptgrund sind neben wirtschaftlichen Erwägungen vor allem Sicherheitsbedenken.

"Vom Grundsatz her ist das eine gute Idee", schickt Reincke voraus. Jedoch zeigten sich bei dem Vorschlag von ProTram bei genauer Analyse deutliche Schwächen. Die wohl gravierendste ist der Punkt Sicherheit. Bei dem Vorschlag wird der Bonnaskenplatz zum Umsteigepunkt für die Linien 1 und 4. Um den Pendelverkehr aber zu gewährleisten, müssten die Bahnen rangieren. "Und das nicht nur in der Stadt, sondern sogar mitten auf einer Kreuzung", sagt Reincke. "Das birgt ein viel zu großes Risiko und ist deshalb nicht vertretbar."

Aber auch aus betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten sei die Pendelbahn nach Alt-Schmellwitz problematisch. "Der Umstieg rechnet sich nur, wenn er in der Fahrplankonstellation in Richtung Stadtpromenade funktioniert", erklärt der Geschäftsführer. Dabei müsse das gesamte Netz betrachtet werden und dabei überlagern sich die Linien 2 und 4. Soll heißen, die beiden Verbindungen sind miteinander vernetzt. Das würde in der Konsequenz aber auch bedeuten, dass die Linie 2 zeitlich dem Pendelverkehr angepasst werden müsste. "Wir können die Linie aber nicht verschieben, weil sie Anschlussfunktionen an der Stadthalle und am Bahnhof hat." Das würde wiederum bedeuten, dass zwei Pendelbahnen - mit einem Führerstand auf beiden Seiten - zum Einsatz kommen müssten. "Und die müssten erst einmal angeschafft werden", so der Chef. Kostenpunkt pro Bahn rund fünf Millionen Euro. "Die Halberstädter Straßenbahnen wie von ProTram vorgeschlagen, eignen sich dafür nicht", sagt Reincke. "Denn das sind Einrichtungsbahnen." ProTram hat den Vorschlag für den Pendelverkehr erarbeitet, um eine Alternative zum Abhängen der Verbindung zu schaffen. Denn der Schienenstrang vom Bonnaskenplatz nach Schmellwitz-Anger soll aufgrund geringer Auslastung aufgegeben werden. Stattdessen sind auf der Strecke künftig Busse unterwegs. Siehe Leserbrief Seite 15