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| 14:22 Uhr

Peitz
Wenn die Teichnixe in die Wathose steigt

Die Peitzer Teichnixe Jenifer Fiebow ließ es sich nicht nehmen und arbeitete beim Schaufischen am Hälterteich in Peitz am Wochenende mit den Fischern Seite an Seite. Außer Karpfen landeten auch Welse im Netz.
Die Peitzer Teichnixe Jenifer Fiebow ließ es sich nicht nehmen und arbeitete beim Schaufischen am Hälterteich in Peitz am Wochenende mit den Fischern Seite an Seite. Außer Karpfen landeten auch Welse im Netz. FOTO: Marion Hirche
Peitz. Peitzer Fischer ernten am Wochenende beim Schaufischen am Hälterteich in Peitz rund 60 Tonnen Karpfen. Die Ernte geht weiter. Von Marion Hirche

Wenn die Peitzer Teichnixe ins Wasser steigt, dann ist Abfischzeit. Seit drei Jahren lässt es sich Jenifer Fiebow nicht nehmen, beim Höhepunkt der Peitzer Karpfenwochen nicht nur im Nixenkleid an der Eröffnung am Sonnabendvormittag teilzunehmen, sondern auch selbst in Wathose und Jacke zu schlüpfen sowie die Handschuhe überzuziehen. Dann ist sie nur noch an ihrer Krone erkennbar und steht ihre Frau an der Seite der Fischer. Am Samstagnachmittag begleitete sie die Männer bei ihrem Zug durch die Fischgrube und sortierte dann am Fischlaufsteg den Fang nach Gewicht und Art. Hunderte Zuschauer verfolgten die Arbeit der Teichgutmitarbeiter und der Teichnixe.

Am ganzen Wochenende waren es erneut Tausende Besucher. Unter ihnen viele Fans dieser Fischer­show. „Ich komme jedes Jahr, bin in Peitz groß geworden, kenne die Fisch­ernte also schon aus Kindertagen. Jetzt zieht mich der Appetit auf Fisch hierher. Heute habe ich Zanderfilet mit Salat gegessen“, berichtete Axel Schulze aus Berlin. Andere taten sich an heißem Backfisch, Fischsuppe, Räucherfisch oder Matjesbrötchen gütlich. Viele Besucher nahmen lebende Fische als Wochenendschmaus mit nach Hause. „Wir haben Karpfen gekauft, weil wir den gern essen“,  verrieten Peter und Brunhilde Thiel, die aus Königs Wusterhausen nach Peitz gekommen waren. Zu den besonderen Angeboten gehörten die Karpfenfrites, die im Zelt des Hotels „Zum Goldenen Löwen“ unter anderem von Tim Roschke serviert wurden.


Etwa 60 Tonnen Karpfen wurden am Wochenende geerntet.
Etwa 60 Tonnen Karpfen wurden am Wochenende geerntet. FOTO: Michael Helbig

Viele Besucher nutzten die Möglichkeit, mit dem Kahn zur Maustmühle zu fahren oder mit der „Rumpelguste“ eine Infotour ins Peitzer Teichgebiet zu unternehmen. Vielseitig war auch das Angebot im Hüttenwerkskomplex: Tierpräparator Klaus-Dieter Jost zeigte, wie ein Eichelhäher ausgestopft wird, Ökologiestudent Daniel Parthum strickte Fischernetze, in der „Schäperclausstube“ wurde gebastelt und geschminkt. In der Hochofenhalle führte Bernd Eule das Aluminiumgießen vor. Den andere Kupolofen heizte das Museumsteam an, weil hier Klemmkuchen nach Omas Rezept gebacken wurde.

Das Abfischen lockte wieder zahlreiche Besucher nach Peitz, die den Fischzug am Rande verfolgten.
Das Abfischen lockte wieder zahlreiche Besucher nach Peitz, die den Fischzug am Rande verfolgten. FOTO: Michael Helbig

Vor dem Museumskomplex erlebten die Besucher ein abwechslungsreiches Kulturprogramm. Das „Lernort Natur“-Mobil des Kreisjagdverbandes zum Beispiel informierte über  Teichvögel. „Wir haben ein sehr schönes Kinderprogramm erlebt“, verriet Angelika von Rüsten aus Peitz. Sie feierte mit ihrem Mann am Sonnabend ihren 45. Hochzeitstag, lotste alle Gäste zum Abfischen und ging dann auch mit einem leckeren Fischpaket nach Hause.

21. Fischzug am Hälterteich in Peitz FOTO: Michael Helbig

Zu den vielen glücklichen Besuchern der Veranstaltung gehörten auch Rudolf Ludwig und Hannelore Winter aus Cottbus: Sie gewannen bei der Tombola des Tourismusamtes einen Gutschein für Räucherfisch. Diesen setzten sie dann gleich um: „Wir haben unter anderem Forelle mitgenommen.“

Auch die Fischer hatten ein gutes Wochenende: „Wir spüren hier hautnah, dass unsere Arbeit wertvoll ist“, hob Teichgut-Geschäftsführer Gerd Michaelis hervor. Karsten Conrad gehörte zu denen, die seit Jahren freiwillig die Fischerkluft überstreifen, um die Mitarbeiter des Teichgutes bei der Fischernte zu unterstützen. „Das macht einfach Spaß, auch wenn man eine warme Unterhose braucht“, so der Caseler, der eigentlich in einer Schweinemastanlage arbeitet.