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| 15:44 Uhr

Stars zu Besuch
A capella mit Prinzen in Burg

Prinzen-Sänger Henri Schmidt (2.v.l.) und Produktionsleiter Andre Koppelt sehen sich in der Evangelischen Kirche in Burg um. Hier werden die Prinzen am 11. September 2019 ein Konzert geben. Pfarrer Michael Heimann und Nicole Schlenger vom Tourismusamt begleiten die beiden.
Prinzen-Sänger Henri Schmidt (2.v.l.) und Produktionsleiter Andre Koppelt sehen sich in der Evangelischen Kirche in Burg um. Hier werden die Prinzen am 11. September 2019 ein Konzert geben. Pfarrer Michael Heimann und Nicole Schlenger vom Tourismusamt begleiten die beiden. FOTO: LR / Silke Halpick
Burg. Band gibt nach Vor-Ort-Besichtigung grünes Licht für Konzert in der Evangelischen Kirche. Von Silke Halpick

Eigentlich ist früh um 9 Uhr noch gar nicht seine Zeit, räumt Henri Schmidt ein. Doch nun steht der Bariton der Prinzen in der Evangelischen Kirche in Burg und schaut sich um. Dort will die siebenköpfige Band am 11. September 2019 spielen. „In Burg waren wir noch nie, obwohl es uns schon 28 Jahre gibt“, sagt Schmidt. Für die Prinzen sei es eine Art Sport geworden, neben dem Tagesgeschäft Neues auszuprobieren.

Bis zu 1200 Plätze gibt es in der Burger Kirche, wie Pfarrer Michael Heimann informiert. Er führt das dreiköpfige Organisationsteam, zu dem auch Produktionsleiter Andrè Koppelt und Bassist Mathias Dietrich gehören, in der Kirche herum. Für den Pfarrer kam die Anfrage der Prinzen überraschend. Neben den sonntäglichen Gottesdiensten gibt es in der 1804 erbauten Kirche einmal monatlich Musikaufführungen und alle zwei Jahre die Brandenburgischen Sommerkonzerte. Doch Auftritte von Stars wie den Prinzen sind die absolute Ausnahme.

Die aus Leipzig stammende Band gehört mit fast sechs Millionen verkauften Tonträgern zu den erfolgreichsten deutschen Musikgruppen. Ihre bekanntesten Hits wie „Millionär“, „Küssen verboten“, „Alles nur geklaut“ gelten mittlerweile als Evergreens. Zu siebt stehen sie auf der Bühne. Die bekanntesten Gesichter sind die beiden Frontmänner Sebastian Krumbiegel und Tobias Künzel.

Für das Management sind Henri Schmidt und Mathias Dietrich zuständig. Das ursprünglich als „Übergangslösung“ angedachte Konstrukt läuft bereits seit 18 Jahren und „hat sich bewährt“, wie Schmidt findet. Die „Mehrarbeit“ werde durch den Vorteil kompensiert, alles „selbst in der Hand“ zu halten.

Das zahlt sich bei den Konzerten in den Kirchen aus. „Jede Kirche ist anders“, sagt Schmidt. Die Organisatoren vor Ort haben kaum Erfahrungen mit Konzerten dieser Größenordnung. Bei der Vor-ab-Besichtigung wird deshalb geprüft, ob der Platz für mindestens 600 Zuhörer ausreicht, keine großen Säulen die Sicht versperren und die beiden Trucks zum Ausladen möglichst dicht herankommen sowie anschließend in der Nähe parken können. Für die Burger Kirche gibt es grünes Licht von den Prinzen.

„Wir haben schon in mehr als 200 Kirchen gespielt“, betont Schmidt. Im kommenden Jahr startet die mittlerweile siebte Kirchentour quer durch Deutschland. Als „Erfinder“ dieser ganz speziellen Konzertreihe gilt Pfarrer Stephan Eichner aus Osterwieck im Harz. Er hatte mit Prinzen-Texten in der jungen Gemeinde gearbeitet und die Band mit viel Ausdauer um ein Konzert in seinem Gotteshaus gebeten. „Die Kirche war brechend voll, die Menschenmenge begeistert“, erinnert sich Schmidt noch heute an die Premiere.

Die Konzerte in den Kirchen haben „Wohnzimmer-Atmosphäre“, wie Schmidt erzählt. Publikum und Band sind sich „sehr nah“ und „auf Du und Du“. Ein dezentrales Sound-System mit vielen kleinen Lautsprecherboxen sorgt dafür, dass die Musik auch in den hinteren Rängen noch genauso gut zu hören ist wie in der dritten Reihe.

„Die Zuschauer müssen auf nichts verzichten“, verspricht Schmidt. Zu hören sind die ganz großen Hits der Prinzen, speziell auf die Bedingungen in der Kirche zugeschnitten. Ganz exklusiv werden aber auch geistliche Choräle aus dem Chorrepertoire der vier ehemaligen Thomanerchor- und dem einen Kreuzchorsänger erklingen. „Das bietet sich akustisch sehr gut an“, sagt Schmidt.