„Wir gehen einfach mehr raus“ , erklärt Thorben Will kurz und bündig, was die Realschule Sielow, die im letzten Jahr den Titel Umweltschule bekam, von anderen unterscheidet. Ganz so einfach sieht es Schuldirektor Dietmar Haufe nicht, steckt doch jede Menge Arbeit hinter den unzähligen Umweltprojekten, die er mit seinen Schülern im Wahlpflichtfach „Naturwissenschaftlicher Kurs“ realisiert.
Zuletzt hat er mit den Schülern der 9 b einen Film über Störche in Dissen gedreht. Die Idee kam vom Storchenvater des Heimatmuseums Dissen, Fritz Jurisch, der Besuchern an Regentagen oder außerhalb der Brutzeit gerne mit einem Film das Leben der Störche zeigen wollte. Mit zwei Video- und einem Kamerateam dokumentierten die Schüler von Ende März bis Mitte August letzten Jahres einmal wöchentlich das Leben im Dissener Storchennest. „Wir sind jetzt kleine Storchenexperten“ , erzählen Thorben Will und Bastian Zinder aus Cottbus. Die beiden Fünfzehnjährigen haben nicht nur gedreht, sondern auch den gesamten Film geschnitten. Jetzt hoffen die beiden, dass der Film einen Preis beim Kinder- und Jugendumweltwettbewerb der Cottbuser Umweltwoche bekommt.
Doch Dietmar Haufe hat schon eine Idee für das nächste Projekt. Es soll ein Konzept für die Umgestaltung des Sielower Waldgebietes zu einem naturnahen Wald erarbeitet werden. Zum Unterricht gehören auch Arbeiten und Beobachtungen an den Biotopen auf dem schuleigenen Ökogelände. Auf 3000 Quadratmetern haben die Schüler zwei Teiche, ein Findlings- und Bauerngarten, ein Alpinum, mehrere Benjes-Hecken sowie Trockenmauern angelegt.
„Wir sind alle Idealisten“ , bekennt Christine Siedon, Leiterin der Grundschule Dissenchen, für das Lehrerkollegium und die Schüler. Den Titel „Umweltschule“ bekam die Einrichtung im Jahr 1999 von der Stadt Cottbus. Inzwischen muss Christine Siedon erst mal scharf überlegen, bis sie alle laufenden Umweltprojekte aufzählen kann. Mülltrennung, Energiesparen und gesunde Ernährung sind für die Schüler selbstverständlich. Auch für das Schulgeländes gibt es Patenklassen, die den Hausmeister überflüssig machen. „Da rupft auch niemand Blumen aus“ , erzählt Christine Siedon.
Geschrieben und gerechnet wird an der Schule nur auf Recyclingpapier, das über den Versand bestellt wird, weil Cottbuser Geschäfte es nicht anbieten. „Wir sind aber mit drei Geschäften in Sandow im Gespräch“ , sagt die Schulleiterin. Inzwischen reichen die Kontakte der Dissencher bis nach Ungarn und Slowenien. Mit dortigen Umweltschulen tauschen sie in diesem Jahr die Ergebnisse aus Wasserqualitäts- untersuchungen in Bächen aus.
Für den Kinder- und Jugendumweltpreis wurden unter anderem Dokumentationen über die Herstellung von Leinen, die Betreuung der Schlichower Vogelbrutgebiete, die Baum- und Strauchpflanzaktion am Dissencher Sportplatz sowie eine von Lehrerin Ursula Berg gefertigte CD-Rom über die Büsche und Bäume auf dem Schulhof eingereicht. „Unsere Kinder erziehen ihre Eltern zum Umweltschutz und die finden das auch gut“ , erzählt Christine Siedon. „Weiterführende Schulen berichten uns, dass unsere Schüler später besonders gerne Verantwortung übernehmen und oft Schülersprecher werden.“ Das Konzept der Dissencher Grundschule kommt so gut an, dass in diesem Sommer gleich drei erste Klassen eingeschult werden.

Service Das Wochenend-Programm
Samstag
Schmellwitz und seine Fließe: 14 Uhr geführte Wanderung, Treff: Straßenbahnhaltestelle Neue Straße.
Lakomaer Teichgebiet: 19.30 bis 22 Uhr Führung, Treff: Ortslage Lakoma, am Storchennest.
Sonntag
Bootshausgelände/Spree: Aktionstag „Mit der Familie Natur erleben“ ab 9.30 Uhr Radtour, Cottbuser Brunnen – naturkundliche Wanderung, Führung durch den Tertiärwald, Paddeltour, Laufen im Grünen; 14 Uhr Diavortrag „Interessante Stauden und Gehölze im Cottbuser Süden“ .
Tertiärwald, Spreeauenpark: 10 Uhr Präsentation von Mineralien; 14 Uhr Schatzsuche für Kinder; 15 Uhr Fossiliensuche; 16 Uhr Interessante Bäume.