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Cottbus wagt ein besonderes Experiment

Zur Eröffnung gab es Komplimente für Planer und Bauleute und Geschenke für den Hausherren. Wie es sich für eine Eliteschule mit naturwissenschaftlich-technischem Schwerpunkt gehört, hatte außerdem irgendjemand für strahlenden Sonnenschein gesorgt. Alles passte an diesem Tag zusammen, der zugleich Startschuss ist für ein Experiment, das es in dieser Form bisher nicht gegeben hat. Denn im Cottbuser Bildungszentrum ist ein Gebäudetyp für ein Modellvorhaben der energetischen Sanierung ausgewählt worden, der in den neuen Bundesländern weit verbreitet ist. "Damit kann die Energiesparschule auch Vorbild für weitere Umbauvorhaben dieser Art in der Lausitzregion sein", erklärte Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD). Der Bedarf an Heizwärme soll im Jahr bei maximal 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter liegen. Der Kohlendioxidausstoß soll sich um etwa 60 Prozent verringern. Den Schülern waren zunächst andere Dinge wichtig. "Es ist groß, weitläufig, die Farben gefallen mir sehr gut", schwärmte Schülersprecherin Sandra Schmidt. "Im Vergleich zum alten Gebäude ist das ein großer Sprung." Gering ist hingegen die Entfernung zur Uni, mit der das Steenbeck bereits seit Jahren kooperiert. "Wir haben den besten Standort für das Gymnasium gefunden", erklärte Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD). Der Umbau des Gebäudes sei die größte Investition in die Bildungsinfrastruktur der vergangenen 20 Jahre. "Die Stadt hat damit ein neues Vorzeigeobjekt in Brandenburg und in ganz Deutschland", betonte Schulleiter Andreas Käßner. Dass freilich auch Vorzeigeobjekte nicht frei von Macken sind, zeigte sich in dieser Woche. So arbeite das Belüftungssystem noch nicht optimal, erzählten einige Schüler. Deshalb verwandelte sich die moderne Energiesparschule kurzerhand wieder in eine ganz konventionelle Einrichtung: Frische Luft gab es durch die geöffneten Fenster.