55 Inszenierungen sind seit Gründung der Kleinen Komödie Cottbus über die Bühne gegangen. Die Zahl der Vorstellungen sei mehrmals stark gestiegen. Während in den ersten beiden Jahren noch sechs oder sieben Aufführungen pro Monat auf dem Spielplan standen, waren es 1995 bereits acht.
Von einem „Quantensprung“ spricht der Theaterleiter im Zusammenhang mit dem ersten Sommertheater im Jahr 1996. Im Mittelpunkt stand damals die Aufführung des Musicals „Piaf“ . Die Publikumsresonanz sei so groß gewesen, dass monatlich 15 Aufführungen gespielt wurden. Viele Cottbuser hätten damals zum ersten Mal den Weg in das kleine Theater gefunden.
„Den nächsten Quantensprung gab es 1999 mit dem ,Weißen Rössl'“ , so Printschitsch. Bis zu 24-mal pro Monat sei das Singspiel aufgeführt worden. Heute stünden auf dem Spielplan bis zu 36 Vorstellungen im Monat. „Im Dezember hatten wir mit den Gastspielen sogar 40 Aufführungen“ , sagt der Theaterleiter.
Dramatische Finanzprobleme habe das Haus, das 2002 sein neues Domizil in der Petersilienstraße bezogen hat, seit etwa zwei Jahren. Die Landesförderung für den laufenden Theaterbetrieb war gestrichen worden. Damals habe er erstmals über Schließung nachgedacht, sagt Gerhard Printschitsch. „Wir haben uns aber entschlossen weiterzumachen“ , so der Theaterleiter.
TheaterNative C decke derzeit 44 Prozent der Kosten selbst. Ein Wert, der von anderen Theatern kaum erreicht werde. Einen Großteil der Kosten hätten private Sponsoren übernommen. Allein von April bis Dezember 2004, so Printschitsch, habe er 69 000 Euro an Sponsorengeldern eingeworben. „Unternehmer, die Verantwortung für das kulturelle Erscheinungsbild von Cottbus und der Region übernehmen, sichern das Überleben unseres Theaters“ , sagt der Theaterleiter.
Kultur, so habe eine von der Industrie- und Handelskammer Berlin in Auftrag gegebene Studie ergeben, könne nicht mehr nur als weicher Standortfaktor betrachtet werden. Gerhard Printschitsch: „Kultur ist ein Wirtschaftsfaktor.“ Während die Stadt mit 54 000 Euro neun Prozent des Theater-Etats trage, erhalte sie 40 Prozent zurück. „Die Schauspieler leben hier, tanken und kaufen hier ihre Autos“ , so der Theaterleiter.
Für 2005 hätten sich weitere vier Entlassungen als notwendig erwiesen. Die Kleine Komödie verfügt dann nach Angaben ihres Leiters über 16 Mitarbeiter, darunter auf zehn Stellen, die über so genannte Strukturanpassungsmaßnahmen gefördert werden. Fördermittel kämen von der Agentur für Arbeit, der Stadt und der Europäischen Union.
Von Sponsoren habe er immer wieder gehört, so Printschitsch: „Macht das weiter, was Ihr jetzt tut.“ Künftig solle es deshalb jährlich „ein Stück von inhaltlicher Ernsthaftigkeit geben wie ,Besuch der alten Dame'“ . Ansonsten setze das Theater vor allem auf „das Musikalisch-Komödiantische“ .