Glückwünsche gab es für ihn auch vom Dissener Bürgermeister Fred Kaiser, von Heimatmuseumschefin Babette Zenker und von Storchenmaler Hans-Jürgen Drabow. Die Dissener Störche drehten am Geburtstag eine Ehrenrunde über dem Jurisch-Gehöft. Dabei ist der Storchenvater in diesem Jahr überhaupt nicht zufrieden, denn in Dissen wurden nur fünf Jungstörche geboren.

Seit vielen Jahren führt der nun 80-Jährige akribisch Buch über das Dissener Storchenleben. Er hat notiert, wann die Adebare in Dissen eingetroffen sind, welche Nester besetzt waren, wie viel Junge zur Welt gekommen sind. Allein auf seinem Gehöft hatte er zeitweilig vier besetzte Storchenwohnungen und dazu kamen noch in der unmittelbaren Nachbarschaft zwei Horste dazu. Diese fetten Jahre sind allerdings wohl vorbei.

Jurisch ist in der Landwirtschaft aufgewachsen. Sein Vater hat ihn und seinen Bruder schon in früher Jugend mit zum Arbeiten rangezogen. "Das war manchmal ganz schön hart, aber da habe ich viel gelernt. Ich komme mit wenig im Leben aus", betonte der Jubilar an seinem Geburtstag. Er hat immer in der Landwirtschaft gearbeitet und sich stets durch Hilfsbereitschaft ausgezeichnet. Mit seinem Traktor ist er bei Wind und Wetter nach Kolkwitz getuckert und hat die Propangasflaschen für alle im Dorf füllen lassen.

Mehr als 100 Storchenführungen hat Jurisch in Dissen schon geleitet. Seine Art und Weise, sein Wissen über die langschnäbligen Vögel preiszugeben, war bei den Zuhörern stets beliebt. Mit Humor und Witz berichtet er über die Adebare. Wenn er über das Liebesleben der Einwohner auf Zeit erzählt, stimmt er auch mal den Schlager "Du bist nicht allein" an und erbringt auch immer den Beweis, dass sich die Störche in ihren Partnerschaften genauso zanken wie die Menschen.

Oftmals gehörte beim Storchenvater bei einem Rundgang durchs Dorf auch ein Abstecher in die Kirche dazu. Dort gab er dann schnell ein kurzes Orgelgastspiel. In den vergangenen beiden Jahren ist es etwas ruhiger um Fritz Jurisch geworden, denn seine Gesundheit erlaubte ihm keine Runden mehr mit Gästen. Auch jetzt steht er wieder vor einer Operation. Dennoch bleibt er optimistisch: "Ich will noch mehr als die nächsten zehn Jahre das Storchenleben in Dissen verfolgen".