„Es könnte ab Januar bebelig in der jetzigen Weberei werden“ , räumte Friedersdorf gestern auf RUNDSCHAU-Nachfragen ein. Während Carsten Hajek von einem bereits unterschriebenen Vertrag spricht, will sich Günter Friedersdorf noch nicht ganz klar dazu äußern. „Es gibt Gespräche und Verhandlungen“ , sagte der Bebel-Chef ausweichend. Die Tinte müsse erst trocknen.
Doch so viel verriet Friedersdorf: „Sollte ich ab Januar die jetzige Weberei übernehmen, dann wird der Klub Bebel heißen und ein etwas anderes Profil bekommen.“ Multi-kultiger solle das Programm werden. „Ich bin der Meinung, man kann dem Publikum noch etwas mehr zumuten.“ Friedersdorf hatte das erste „Bebel“ in der August-Bebel-Straße eröffnet. Dieses musste dann Mitte der 90er-Jahre dem Neubau des Arbeitsamtes weichen. Seitdem zog Friedersdorf mit seinem Klub durch verschiedene Domizile.
Zu seinen Gründen, die Weberei abzugeben, sagte Carsten Hajek: „Nach elf Jahren Live-Musik in der Weberei ist die Zeit für frische Kräfte und ein neues Konzept gekommen.“ Den neuen Betreiber sieht er als „die beste Lösung für den Klub und für Cottbus“ . Er sei glücklich, dass er einen so profilierten Veranstalter wie Günter Friedersdorf als Betreiber gefunden habe.
Bis es im Januar mit neuem Namen und Betreiber weitergeht, wird es laut Hajek eine große „Abschiedstour Weberei“ geben. „Bis zum 31. Dezember finden noch einmal zahlreiche sehenswerte Veranstaltungen statt.“
Im Hinblick auf die erfolgreichen Veranstaltungen in der Weberei wie der Offenen Bühne, dem Latinclub und den Kabarett-Abenden sei Günter Friedersdorf „für vieles offen“ . „Die Offenen Bühne würde ich weiterführen.“ Den Latinclubs fortzuführen, stellte Friedersdorf mit einem „Warum nicht?“ in Aussicht und Kabarett gebe es auch, „nur in größeren Abständen“ .
Marianne Baer freut diese Zusage natürlich. „Die nächste Offene Bühne wird es wahrscheinlich im März geben“ , verriet sie dem Publikum am Donnerstagabend. Was die Schüler des Konservatoriums am Abend boten, war ein Feuerwerk an Musik, Sangesleidenschaft und Hingabe. Trotz vorheriger Nervosität waren alle jungen Künstler mit dem ersten Ton ihres Liedes da und stellten mit ihren Live-Auftritten manchen Profi-Künstler in den Schatten. Die Atmos phäre bei Abenden der Offenen Bühne ist es dann auch, die Günter Friedersdorf, der selbst Musiker ist, an ein Weiterleben dieser Veranstaltung denken lässt. „Das ist Live-Musik pur.“

Zum Thema Weberei-Abschiedstour
  Das Abschiedsprogramm der Weberei für die nächsten Wochen bis zum 31. Dezember ist im Internet unter www.die-weberei.net einzusehen.
Heute Abend steigt bereits eine Bebel-Veranstaltung in der Weberei. Unter dem Motto European Folk Explosion spielt die Band „Di Grine Kuzine“ . Die vier Musiker und Sängerin Alexandra Dimitroff verbinden Surf, Klezmer, Pop, TexMex, Ska, Klassik, Jazz und Balkan Brass. Einlass ist ab 20 Uhr.