Kirchenmusikdirektor Wilfried Wilke äußert dazu vorab einige Gedanken: „Casals vertonte 1942 ein Gedicht mit diesem Titel. Da lebte er, vertrieben durch das in seiner Heimat herrschende Franco-Regime, im Exil und stand sowohl unter dem Eindruck des spanischen Bürgerkrieges als auch des Zweiten Weltkrieges.
In dieser Zeit greift er ein Thema auf, das friedlicher nicht sein kann: Eine Krippe in einem Stall. Das Bild strahlt Ruhe, Wärme und Geborgenheit, aber auch höchste Verletzlichkeit aus. In diesem ungeschützten Raum liegt ein Kind, Gottes Sohn und wiederum Gott im Kind. Und schon brauen sich äußere Gefährdungen für Krippe und Kind zusammen. Kaum geboren, wird bereits sein Leichentuch gewebt. All das kommt bei Casals zum Ausdruck und spannt den Bogen zu unserer Welt, in der die Gefährdungen allen Lebens täglich sichtbar sind.“

Langjährige Partnerschaft
Der Kirchenmusikdirektor freut sich besonders über die Mitwirkung der Philharmonie Zielona Gora am vierten Adventssonntag: „Diese Partnerschaft besteht nun schon fast 15 Jahre. Diese gemeinsame Aufführung ist für beide Seiten eine Besonderheit. Wir spüren die sehr gegenwärtige Situation der Bedrohung unserer Welt. Unser künstlerisches Zusammenwirken möge ein Zeichen setzen, dass Friede und Verständigung immer möglich ist. Das betrifft in besonderer Weise das Verhältnis zwischen Polen und Deutschen. Die Schatten der Vergangenheit sollen darüber keine Macht erlangen, von welcher Seite sie auch immer heraufziehen wollen. Ich hatte diesen Gedanken letztlich für eine Zeitung in Wolgograd geäußert und ich möchte ihn hier unterstreichen: Die riesigen Müllberge der Geschichte sollen von Blumen der Verständigung und Vergebung übersät werden.“
Kirchenmusikdirektor Wilke bezeichnet die Weihnachtsbotschaft „Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen“ als eine seit Jahrhunderten große und politische Botschaft. Wenn sich zum vierten Advent etwa 180 Menschen als Musiker und Sänger zur Verkündung dieser Botschaft vereinten, sei das durchaus eine Manifestation. Wilke: „Weihnachten spannt den Bogen von der Geburt bis zum Ende unserer Existenz.

Packendes Finale
Für uns Menschen, die wir dem Gesetz der Vergänglichkeit unterliegen, gibt es doch in der uns zugedachten Zeit einen Wunsch, der unser Leben erst ermöglicht: den Frieden, der über den Tod hinausführt. Der Ruf, nein der Schrei nach Frieden ist der letzte Akkord des Oratoriums. Die Aufführung ist dann gelungen, wenn diese Botschaft in die Herzen der Menschen Eingang findet und über Weihnachten hinaus leuchtet.“
Kartenverkauf täglich von 10 bis 17 Uhr in der Oberkirche und am 18. Dezember an der Abendkasse.