Frank Pilzecker liebt, was andere fürchten: Wocheneinkauf mit vier Kindern. "Das ist ein Familienritual", erzählt der 46-jährige Geschäftsmann mit einem Lachen und bei einer Tasse Kaffee in seinem Büro in Krieschow. Er ist Geschäftsführer der Asphalt Straßenbau Gesellschaft mbH. "Jeden Freitag mache ich hier pünktlich Schluss und dann gehen wir gemeinsam einkaufen. Mit vier Kindern ist das ein Erlebnis." Frank Pilzecker meint das ernst. Für ihn ist das kein Stress, sondern eine gute Möglichkeit, mit der Familie zu reden, die Bedürfnisse und Wünsche der Kinder kennenzulernen. "Das ist eine schöne Einstimmung aufs Wochenende", erklärt der Unternehmer. Der Einkauf ist nur der Anfang. "Dann packen wir gemeinsam aus und kochen. Danach gibt es Abendbrot und Pläne werden für die nächsten Tage geschmiedet." Klar: Das Wochenende ist Familien-Hoheitsgebiet. "Arbeit und Politik müssen möglichst unter der Woche erledigt werden."

Zwischen Krippe und Pubertät

Das erfordert ein gutes Zeitmanagement für den Firmenchef. Da verwundert es nicht, dass der Stundenplan des Sohnes an seiner Bürowand hängt. Die Kinder sind zwischen zwei und 15 Jahren alt, stecken also zwischen Krippe und Pubertät. "Es ist nicht immer leicht, alle unter einen Hut zu bekommen", gibt der Unternehmer zu und erzählt: "Wir sind eine echte Patchworkfamilie." Die Familienbande ist bunt zusammengewürfelt: Er bringt einen Sohn aus erster Ehe mit, sie eine Tochter. Dann ist da noch der gemeinsame Sohn und der zweite Junge aus erster Ehe, der regelmäßig beim Vater ist.

Mit eigenen Sporen zum Chef

"Die Familie ist das Wichtigste im ganzen Leben. Sie ist die Basis für alles", betont Frank Pilzecker. Das zeigt sich auch in seinem Arbeitsleben. Denn er sitzt auf dem Stuhl seines Vaters. Horst Pilzecker hatte das Bauunternehmen gemeinsam mit einem Kompagnon im Jahr 1992 gegründet. 2006 rückte der Sohn nach und übernahm zwei Jahre später die Verantwortung, als der Vater in Rente ging. Heute zählt die Firma 30 Mitarbeiter. "Es macht mich schon stolz, einen Familienbetrieb weiterführen zu können", sagt Frank Pilzecker. Direkt nach seinem Bauingenieur-Studium an der BTU wollte er aber nicht beim Vater einsteigen. "Ich wollte mir meine eigenen Sporen verdienen." Also heuerte er als Bauleiter bei einer Straßen- und Tiefbaufirma in Sachsen an, pendelte fortan nach Dresden und später Berlin. Cottbus blieb immer sein Lebensmittelpunkt. "Hier ist ja die Familie." Einen Geschmack für die Politik hat der 46-Jährige durch den Verein Aktive Unabhängige Bürger (AUB) bekommen. Acht Jahre lang war er als sachkundiger Einwohner für den Bildungsausschuss in Cottbus tätig. Außerdem engagiert sich der Vater im Kreiselternrat und im Kreisschulrat. Deshalb verwundert es nicht, wenn er sagt: "Die Bildungspolitik ist mein Schwerpunkt. Da gibt es viele Baustellen." Eine sei die Inklusion. "Die muss sein, aber in einem gesunden Maß. Sie muss finanzierbar und strukturell umsetzbar sein", betont Pilzecker. So sollte das Förderschulsystem nicht leichtfertig aufgegeben werden. "Sonderpädagogik ist nicht umsonst ein eigenes Studienfach. Diese Arbeit können andere nicht einfach mitmachen. Das überfordert alle - vom Lehrer über die Horterzieher bis hin zu den Kindern und Eltern."

ZUR PERSON

Name: Pilzecker
Vorname: Frank
Alter: 46
Wohnort: Cottbus
Familienstand: Lebenspartnerin und vier Kinder
Ausbildung/Beruf: Diplom-Bauingenieur / Geschäftsführer der
Asphalt Straßenbau Gesellschaft mbH in Kolkwitz.
Ehrenämter/Hobbys: Kreiselternbeirat und Kreisschulbeirat /
Schwimmen und Sauna, Rasen mähen.