In seinen 30 Jahren Berufserfahrung war der 55-jährige Medienprofi bereits in Unternehmen in Schleswig-Holstein, Hamburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern unterwegs. Seit September 2020 ist Tilo Schelsky nun Geschäftsführer der Lausitzer Rundschau.
Welche Geburtstagswünsche hat der neue Geschäftsführer für die Lausitzer Rundschau, die 2021 ihr 75. Jubiläum begeht? Welche Perspektiven sieht Tilo Schelsky für die Zukunft, und was ist eigentlich sein Lieblingstier? Das alles und noch viel mehr klären wir im Interview in eigener Sache.

Als Herr der Medienhäuser, auf welche Besonderheiten, Auffälligkeiten, Liebenswürdigkeiten, Schrullen und/oder Eigenarten sind Sie hier bei der Lausitzer Rundschau gestoßen?

Tilo Schelsky: Da ich ja für viele Medienunternehmen tätig war, habe ich bereits einiges mitbekommen, aber hier sind mir tatsächlich noch keine besonderen Schrullen oder Eigenarten aufgefallen. Ich habe bei der LR offene, liebenswerte Menschen kennengelernt. Viele Kollegen mit innovativen Ideen, die ich wertschätze und die mir die Zusammenarbeit sehr leicht machen. Also kann ich nur positive Eigenschaften melden.

Beschreiben Sie das Medienhaus in drei Worten.

Spontan. Innovativ. Und – schnell!

Wenn die LR eine Geschichte, ein Märchen wäre, dann wäre sie…

Ein Märchen bzw. eine Geschichte mit Wandel, wie der Froschkönig oder Charles Dickens Christmas Carol, weil…
… Die Wandlung ist das Stichwort. Die Wandlung vom Froschkönig zum Prinzen, oder die Entwicklung von einem alten Griesgram zu einem liebevollen, junggebliebenen und modernen Opa – das ist doch eindeutig der Vergleich zur digitalen Transformation! (lacht)

Was glauben Sie, braucht die Medienwelt noch unbedingt?

Die Medienwelt braucht unbedingt Menschen, die eine hohe Veränderungsbereitschaft mit sich bringen. Menschen, die Lust haben, ein Teil der Veränderung zu sein, an ihr mitzuarbeiten und mitzuwirken – das geht schließlich nur gemeinsam.

Die Pandemie hat die meisten Unternehmen und auch die LR wirtschaftlich hart getroffen. Um das Thema irgendwie positiv aufgreifen zu können, würden Sie zustimmen, dass die Digitalisierung durch die Pandemie einen enormen Schub bekommen hat?

Ja, wir spüren eine deutlich erhöhte Nachfrage unserer digitalen, aber auch gedruckten Produkte. Augenscheinlich führte die Pandemie und die damit einhergehenden Auswirkungen (wachsendes Informationsbedürfnis, Reduzierung der Freizeitaktivitäten, Homeoffice) zu einer höheren Leseaktivität. Im ersten Quartal 2021 konnten wir mit unseren digitalen Angeboten ein sehr starkes Plus zum Vorjahr erzielen.

Was sagen Sie zu der neuen Druckmaschine? Wie kann sich ein Außenstehender die Auswirkungen dieses Upgrades vorstellen?

Dank unserer Vier-Millionen-Investition erhöhen wir die Qualität unserer Printprodukte, die in durchgängiger Farbbrillanz erscheinen. Die neue Druckmaschine ermöglicht uns den Wechsel von einer Drei-Buch- auf eine Vier-Buch-Struktur, am Wochenende wird es sogar eine Fünf-Buch-Struktur geben. Ab dem 1. Juli 2021 können sich unsere Leserinnen und Leser über ein Wochenendjournal freuen. Natürlich werden auch unsere Werbekunden davon profitieren, denn durch die neue Struktur und Qualität gibt es vielfältigere Möglichkeiten, in unserem gebotenen Rahmen Werbung zu schalten.
Gleichzeitig sichern wir damit auch Arbeitsplätze und bekennen uns zum Bundesland Brandenburg, zur Region und ihren Menschen.

Was wünschen Sie der Rundschau für die nächsten 75 Jahre?

Die nächsten 75 Jahre … das ist eine herausfordernde Frage. Auf jeden Fall wünsche ich mir erstmal eine tolle Geburtstagsfeier – besser viele Geburtstagsfeiern. Wir haben in diesem Jahr mehrere spannende Veranstaltungen geplant. Die nächsten 75 Jahre, das ist ja doch eine ziemlich lange Zeit, da kann ich nur schwer meine Hand ins Feuer legen, weil ich wahrscheinlich gar nicht so alt werde. (lacht) Ich würde mir wünschen, dass wir als die Lausitzer Rundschau weiterhin unsere Medien sowie relevanten Journalismus herausgeben werden und ein so tolles Medienunternehmen hier in der Lausitz bleiben dürfen. Geburtstag heißt ja auch immer, nach vorn zu blicken und sich darauf zu freuen, was noch kommt und vor einem liegt.

Und wie erleben Sie das Land Brandenburg? Ist hier wirklich alles so einfach, wie es der Marketing-Slogan verheißt?

Einfach heißt ja nicht banal. Gemeint ist – so verstehe ich es –, dass das Leben in Brandenburg, gerade im Vergleich zu Berlin, weniger hektisch und aufwendig ist. Ich liebe die Natur und sie zu erkunden, ob zu Fuß oder mit dem Rad. Meine Lebenspartnerin und ich entdecken gerade Brandenburg. Einmal sind wir quer durch unser Bundesland bis an die Oder geradelt. Einige entspannt umrundete Seenlandschaften auf dem Rad liegen ebenfalls schon hinter uns. Wir sind beide bisher total begeistert. Als einer, der in der pulsierenden Bundeshauptstadt wohnt, genieße ich diese Art der „Einfachheit“.

Haben Sie schon einen Lieblingsplatz hier in der Lausitz?

Oh nein, den habe ich noch gar nicht… Ich bin noch immer jung an Bord, also erst seit dem 1. September 2020 hier und aufgrund der vielen Themen, die in den vergangenen Monaten anstanden, habe ich leider noch keinen Lieblingsplatz gefunden. Aber ich möchte bald den Spreewald erkunden. Unbedingt.

Wenn Sie wählen könnten, welche Superkraft hätten Sie gern?

Eine Superkraft … das ist eine harte Entscheidung. Ich würde gern fliegen können!

„Entweder-Oder“ mit Tilo Schelsky

Print oder Online?
Mein Herz schlägt für Print.
ABER da wir in die Zukunft gucken müssen: PRINT & ONLINE
Meer oder Berge?
Ich bin ein Kind des Nordens, darum MEER!
Stadt oder Land?
Aktuell lebe ich in Berlin und die Stadt hat viele Vorteile,
aber ich mag die weite Landschaft und bin deswegen für LAND.
Früher Vogel oder Nachteule?
Da gibt es ja die schönsten Sprichworte… Der frühe Vogel kann mich mal.
– Nein, das möchte ich damit nicht sagen, aber ich bin später am Tag deutlich aktiver.
Nutella mit oder ohne Butter?
Nutella MIT Butter- das wird irgendwie immer gern belächelt.
Hummeln im Hintern oder Couch Potato?
Auf jeden Fall Hummeln im Hintern. Auf jeden Fall.

Steckbrief

Name:
Tilo Schelsky
Lieblingstier:
Hund
Lieblingsfarbe:
Blau
Lieblingsessen:
Alles was mediterran- italienisch ist
Lieblingsschulfach:
Mathematik
Früherer Berufswunsch:
Weltraumforscher