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| 15:35 Uhr

Neujahrslauf- und -Wanderung
„So fängt das neue Jahr richtig gut an“

 Förster Achim Nugel informierte die Teilnehmer der Neujahrswanderung über Bäume und Wildtiere.
Förster Achim Nugel informierte die Teilnehmer der Neujahrswanderung über Bäume und Wildtiere. FOTO: Marion Hirche
Kolkwitz. 70 Teilnehmer wandern im Kolkwitzer Forst mit dem Naturschutzverein. Der bietet Ende Februar einen Dialog zum Wolf an. Von Marion Hirche

„Raffe dich, sammle dich, eins, zwei, drei und verrammle dich gegen Hirnschlepperei“, so lauteten einige Zeilen aus dem  Fontane-Gedicht „Aus der Ferne diesen Wunsch“, das Karla Fröhlich vom Naturschutzverein Kolkwitz zum Auftakt der Neujahrswanderung ab dem Alten Forsthaus Kolkwitz zitierte. 70 Männer, Frauen und Kinder, nicht zu vergessen einige Vierbeiner, hatten sich am Neujahrsmorgen aufgerafft und waren der Einladung der Kolkwitzer Naturschützer zum Wanderstart ins neue Jahr gefolgt. Es war die 15. Runde dieser Art. 2004 wurden rund 40 Teilnehmer gezählt. Diesmal waren neben Vereinsmitgliedern viele weitere Naturfreunde mit unterwegs.

Auch der Vorsitzende des Kolkwitzer Naturschutzvereines Dr. Werner Richter gehörte zu der Wandergruppe. In seiner Begrüßung lud er alle Anwesenden zur Teilnahme an Veranstaltungen im und am Alten Forsthaus ein und forderte sie zu Initiativen für den Umwelt- und Naturschutz auf. „ Es ist schon fünf vor Zwölf!“, warnte er.

In bewährter Weise übernahm Förster Achim Nugel die Exkursionsleitung. Diesmal ging es über Teile des vorhandenen Waldlehrpfades bis zum Privatwald. So wurde in 90 Minuten eine Runde um das Forsthaus gedreht. Am Ende tauschten viele noch ihre Silvester- und Weihnachtserlebnisse am Lagerfeuer bei Glühwein, Tee und Stockbratwurst aus.

„Wir sind aus Putgolla gekommen, wollten mal wieder dabei sein, denn so fängt das neue Jahr richtig gut an“, begründete Christine Balzke ihr Kommen. Ihr Mann Dietmar ergänzte: „Hier gibt es ja eine Reihe von neuen Naturlehrpfaden und die wollten wir kennenlernen“. Schwiegermutter Hannelore Meckelburg fügte an: „Wir sind mit unserem Husky Baska sowieso oft draußen unterwegs“. Christine Lenicke aus Cottbus gehörte ebenso zu den Naturfreunden. „Hier erfährt man immer was Neues“, sagte sie. Ihre Bekannte Rosel Schwietzer betonte: „Allein macht so ein Spaziergang keinen Spaß, aber hier kommen viele Gleichgesinnte zusammen“.

Achim Nugel und Werner Richter erläuterten in dem Waldstück hinter dem Forsthaus, dass diese Fläche in einem Mischwald verwandelt werden soll und dass dazu vom Kolkwitzer Naturschutzverein ein wissenschaftliches Projekt umgesetzt wird. Der Förster erläuterte, dass Kiefern in letzter Zeit gefällt wurden, um den kleinen Laubbäumen das Licht zum Wachsen zu geben. Hier demonstrierte er auch, dass die Schutzhüllen, die bei der Pflanzung von rund 1000 Bäumen durch den Verein verwendet wurden, nicht in jedem Fall gut waren. Werner Richter machte deutlich, dass der Wolf hier eine positive Rolle spiele: „Er verhindert den Verbiss von jungen Bäumen. Da wo der Wolf ist, lebt der Wald“.

Achim Nugel erklärte an großen Holzstapeln, wozu welches Holz benutzt wird, an einer Lichtung mit Hochstand ging er auf die regulierende Bedeutung der Jagd ein: „Die Zahl der geschossenen Wildtiere hat sich weiter erhöht. Vor allem Wildschweine und Waschbären sind wieder mehr geworden. Die Zahlen besagen, dass wir hier im Süden Brandenburgs auch die meisten Wildunfälle des Landes zu verzeichnen haben“. Neu war für viele auch die Information, dass strenger Frost nicht die Rettung vor Baumschädlingen ist. „An Frost haben sich Borkenkäfer und Co. schon gewöhnt, aber dieses wechselhafte Wetter –  warm, kalt, trocken, feucht – ist der eigentliche Stress für die Schädlinge“, erklärte der Förster an einem Baum, der deutliche Spuren von Schädlingszerstörung aufwies.

Die Teilnehmer genossen das Laufen auf dem weichen federnden Waldboden, sogen die frische Waldluft ein und waren so gut gerüstet für den weiteren Verlauf des Neujahrstages. Dr. Martin Krause aus Cottbus setzte mit der Teilnahme an der Neujahrswanderung ein Vorhaben für 2019 um. „Wir vom Klein Oßniger Weinberg wollen uns in diesem Jahr ein bisschen mehr in das Veranstaltungsgeschehen des Kolkwitzer Naturschutzvereines einbringen“, kündigte er an.

Manche Neujahrswanderer werden sich schon am letzten Februartag am Alten Forsthaus wiedersehen, dann geht es in einem Dialog um das Reizthema „Wolf“.