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| 16:38 Uhr

Jubiläum
Zwischen Fischerstechen und Festumzug

Festumzug beim Fischerfest in Peitz FOTO: Michael Helbig
Peitz. Beim 65. Peitzer Fischerfest am Wochenende erlebten die Besucher zahlreiche Höhepunkte und viel Spektakel. Von Marion Hirche

Seit 65 Jahren wird in Peitz das Fischerfest gefeiert. Seit 20 Jahren ist das Fischerstechen ein fester Bestandteil des Programms an dem Feierwochenende im August. Dahinter verbirgt sich eine jahrhundertealte Tradition, der die Fischer schon im Mittelalter vor allem in Sachsen und Bayern frönten: Nach eingebrachter Fischernte war Zeit für Gaudi, und so kamen die Männer damals auf die Idee, sich mittels einer Hellebarde von der Kahnspitze ins Wasser zu „transportieren“ – in Anlehnung an Kämpfe der Ritter. Wer zuerst baden ging, hatte verloren. So auch jetzt bei dem Spektakel auf dem Peitzer Teufelsteich.

Hunderte Zuschauer verfolgten Sonnabendmittag, wie acht Mannschaften ins Rennen gingen und zwei sich bis ins Finale nach K.-o.-System vorkämpften. Bereits in Runde eins kam es durch die Auslosung zu einem Knüller: Die „Ottendorfer Feuerteufel“, als Titelverteidiger natürlich hoch motiviert, mussten gegen die „Jungen Wilden“, Sieger vorangegangener Jahre antreten. Hier zerplatzten die Träume schon gleich beim Start. Schiedsrichter Steffen Liepelt bestätigte von seinem Schirikahn aus die Niederlage der diesmal nicht ganz so „Wilden“. Aber auch die Titelverteidungsträume der Mitglieder des Feuerwehrvereines Peitz-Ottendorf sollten trotz wieder zahlreich angetretener lautstarker Fans zerplatzen: Ihr Stecher ging in Runde zwei im Vergleich mit den späteren Siegerinnen baden.

Den sehenswertesten Auftritt hatte eine Horde junger Männer aus der Gubener Vorstadt, die sich als Affen verkleidet hatten. Im selbst gebauten Käfig fuhren sie vor, stärkten sich bei der Vorstellung auf der Bühne erstmal mit ihrer gelben Lieblingsgekrümmten. „Wir haben ganz schön gebaut, also viel Zeit investiert“, betonte Stecher Oliver Kniewel. Im Wettkampf sollten sie gleich in der ersten Runde die Hausherren besiegen – die Fischer, die in den 20 Jahren auch schon mehrere Male siegreich aus dem Wettkampf hervorgingen.

Fast alle Teams waren dieses Jahr gemixt: Männer und Frauen Seite an Seite im Kahn gegen den ziemlich starken und damit hinderlichen Wind auf dem Teich. Dem „Puster“ geschuldet bekamen die beiden Kähne mit nur Frauen am Paddel auch eine zweite Chance in der ersten Runde: Hier traten die „Ehemaligen Gekrönten“ gegen die „Fischers“ an. Unter den Ex-Majestäten befanden sich mit Antonia Lieske die Gubener Apfelkönigin von 2016/17, Jessica Schmidt die Forster Rosenkönigin von 2012, Anika Maria Fiebow die Ex-Miss Karneval und 8. Peitzer Teichnixe sowie die Ex 11. und neue 12. Peitzer Teichnixe, Schwester Jenifer Fiebow. Als Stecher begleitet die schönen Frauen die männliche „Jana“, die dann auch gleich im Wettkampf Nr. 1 ins Wasser fiel.

Da begann der Siegeszug der „Fischers“ – Peitzerinnen und ihr Hellebardenträger Tommy Jäschke. „Wir haben vor zwei Jahren schon einmal im Katzenkostüm mitgemacht, und das hat viel Spaß gemacht. 2017 haben wir es nicht hinbekommen, aber dieses Jahr wollten wir unbedingt dabei sein. Da sind wir auf die Idee mit Helene Fischer und Florian Silbereisen gekommen“, ver­riet Vivien Fischer, 22-jährige Sozialversicherungskauffrau. Perfekt ihr Schlachtruf vor Beginn des Geschehens: „Die Hölle morgen früh ist uns egal.“ Runde um Runde kämpften sie sich ins Finale und schickten dann auch noch den Stecher der Affenbande im letzten Wettkampf ins Wasser. Ein überraschender Sieg, viel umjubelt, und so gab’s auch noch den musikalischen Auftritt der vier Helene Fischers: „Und morgen früh küss ich dich wach!“ Dabei waren sie keineswegs atemlos und zusammen mit ihrem Florian Silbereisen, Stecherkönig Tommy Jäschke, spendierten sie das gewonnene 50 Liter Bierfass allen Teilnehmern. Dazu gehörten auch wieder das Team „O-Burg“, die Turner vom TSV 1862 Peitz in ihren gestreiften Badeanzügen und die Holländer aus der Partnerstadt Bedum. Peter Müller vom Fischerfestverein hatte wieder eine tolle Bühnendekoration und Teilnahmeurkunden gemalt, die Fischer bauten erneut eine sichere Wasserbühne, die am Ende aber ziemlich ins Wanken kam, als die „Gubener Vorstadtaffen“ ihren Sieg als originellstes Team feierten.

Fischerfest in Peitz FOTO: Michael Helbig

Weitere Höhepunkte beim Fischerfest waren am Sonnabendnachmittag die Peitzer Estrade, der Festumzug am Sonntag und die Fischerfestextraausgabe mit „Mr. Italienische Sehnsucht“ Oliver Frank. Heute ist Familientag, und am Nachmittag sind alle Senioren des Amtes Peitz zur Kaffeetafel mit Knut und Eileen eingeladen.