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6000 Menschen bauten 1944 in Cottbus Focke-Wulf-Jäger

Hans-Peter Arlt recherchierte viele lokale Aspekte über die Herstellung der Kriegsflieger in der Lausitz.Foto: rur1
Hans-Peter Arlt recherchierte viele lokale Aspekte über die Herstellung der Kriegsflieger in der Lausitz.Foto: rur1 FOTO: rur1
Cottbus. Als Kind streifte der Bremer Reinhard Thiel täglich am Firmengelände des Flugzeugbauers Focke-Wulf entlang. In den vergangenen Jahren recherchierte er die Firmengeschichte. rur1

Zur Seite stand ihm Hans-Peter Arlt, der vorrangig Cottbuser und regionale Aspekte beleuchtete.

Bei der Buchvorstellung von „Focke-Wulf“ während des Leseherbstes bemühten sich die Autoren, den Cottbuser Flugzeugbaustandort in die politische und Wirtschaftsgeschichte einzuordnen. Der nach 1933 erfolgte Aufstieg vom Mittelständler zu einem der größten deutschen Militärflugzeuglieferanten führte nach Kriegsbeginn zu schweren Luftangriffen auf die Bremer Werke. Um die Fertigung zu sichern, wurde ein Netz von 15 Standorten geschaffen.

„In Cottbus gab es ab 1942 ein Montagewerk mit fünf Standorten in der Stadt. Neben der Endfertigung auf dem Flugplatz gab es Produktionsstätten im Bereich des Ostrower Platzes und der Straße der Jugend“, sagte Hans-Peter Arlt. „Das Unternehmen beschäftigte hier bis zu 6000 Menschen. Darunter befanden sich 30 Prozent Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und in anderen Ländern angeworbene und gut bezahlte Freiwillige.“ Einige Textilfabrikanten hätten sich geweigert, Focke-Wulf ihre Anlagen zu überlassen. Sie seien vom Wirtschafts- und vom Luftfahrtministerium dazu gezwungen worden, erläuterte Reinhard Thiel.

Gebaut wurden zuerst viermotorige FW 200 als Seeaufklärer und Regierungsmaschinen, dann Jäger des Typs FW 190 und Hochleistungshöhenjagdflugzeuge Ta 152. Die Maschinen wurden anschließend auf dem Flugplatz Neuhausen kampfbereit gemacht und an die Luftwaffe übergeben. Nach dem erfolglosen ersten amerikanischen Luftangriff auf den Flugplatz am 11. April 1944 richtete der zweite am 29. Mai schwere Schäden an. Die Produktion ging aber weiter und wurde erst im Februar 1945 eingestellt. Der Großteil der Ausrüstungen ging nach Bremen zurück.