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| 18:49 Uhr

Klein Döbbern
Alte Technik und junge Besucher

Das 6. Traktorenfest der Schlepperbuben Groß Oßnig am Stausee war gut besucht.
Das 6. Traktorenfest der Schlepperbuben Groß Oßnig am Stausee war gut besucht. FOTO: Marion Hirche
Klein Döbbern. 6. Traktortreffen der Schlepperbuben Groß Oßnig am Spremberger Stausee gewinnt Resonanz. Von Marion Hirche

Der Strand am Spremberger Stausee in Klein Döbbern wurde am Wochenende zum Mekka für Traktorenfans. Die Schlepperbuben Groß Oßnig organisierten hier ihr 6. Traktortreffen. Zum Auftakt gab es am Freitagabend eine „Countrynacht unterm Schlepperdach“. Rund 100 Linedancer brachten das thematisch geschmückte Zelt zum Beben.

Trotzdem waren die meisten ausgeschlafen, als sich am Sonnabend um 9 Uhr alle Traktorbesitzer zur Fahrerbesprechung trafen. Traditionell konnten sich die Freunde der Landfahrzeuge am Traktorenvierkampf beteiligen. Dabei gab es vier Stationen. Mit dem Traktor und einer Seilwinde musste ein 50-Liter-Fass in eine Ummantelung eingelocht werden. Geschicklichkeit war auch auf einem Parcour nahe des Strandes gefragt. Da mussten die Fahrer ein gefülltes Wassergefäß über den Rundkurs mit Kuhle, Wippe, Autoreifenschlängelstrecke traktorfahrend transportieren und dabei so wenig wie möglich Wasser verschütten.

Beim Traktor-Pulling direkt am Wasser gings um die Stärke der Traktoren, und beim Rückwärtsschieben eines Palmen bestückten Zweiachshängers musste ganz schnell ein Ziel auf einer gebogenen 50-Meter-Strecke erreicht werden.

Weit über 100 Traktorfahrer stellten sich der Herausforderung und bewiesen mit ihren geliebten Trekkern Schnelligkeit und Geschicklichkeit, Silvio Demel aus Elsterheide ging mit der Startnummer 61 ins Rennen. „Das macht hier sehr viel Spaß und man muss beweisen, dass man mit seinem Fahrzeug umgehen kann“, betonte der John-Deere-Besitzer von den Sabrodter Traktorfreunden. Sein Vereinskollege Oliver Vatter hatte sich sogar ein Maskottchen auf dem Notsitz mitgebracht: einen großen Kuschelfrosch. Am Ende freute sich Steffen Bieler aus Terpe über den Gesamtsieg im Vierkampf.

Mancher Besucher des Festes ging es ganz ruhig an. Siegfried Brose von den Bubbatzfreunden Kerkwitz fuhr mit seinem Traktor gemütlich über den Platz und hatte seinen 14-jährigen Enkelsohn Aaron an Bord: „Das ist die Zukunft. Der Aaron wird mal mein Nachfolger. Er kann schon Traktor fahren, hilft mir beim Basteln, und ich baue jetzt für ihn einen Traktor auf“, verriet der Mann. Mit Startnummer 28 ging er dann auch noch in den Vierkampf.

Einen Familienausflug auf dem Platz machte Sven Feuerfeil aus Komptendorf. Er war mit seinen Kindern Florian, Evelin und mit Tochters Freundin Emma unterwegs. Die Jugend hatte seitlich Platz genommen und kam bei der Fahrt über das Gelände aus dem Staunen nicht heraus. Da konnten Stände mit ferngesteuerten Autos, mit Rasenrobotern, mit Informationen über den Wald, Baumpflegegeräte bewundert werden. Sven Feuerfeil meinte: „Mann muss doch der Jugend zeigen, wie die alte Technik geht.“ Für Traktoren interessierte sich auch schon der dreijährige Karl Nitschke aus Fünfeichen. Unter Beobachtung von Mutti Stefanie kletterte der Knirps in den riesigen „International“, den Traktor von Papa Richard. „Wir sind zum ersten Mal bei dieser Veranstaltung, sind sehr begeistert und kommen beim nächsten Mal in zwei Jahren bestimmt wieder“, meinte der junge Familienvater.

Wer mit dem PKW anreiste, der hatte die Chance die mehr als 200  Traktoren in der Ausstellung zu bewundern. Da gab es alles zu sehen, was diese Fahrzeugwelt zu bieten hat: vom Ursus bis zum Deutz, vom Famulus bis zum Lanz Bulldog. Ralf Schönfelder war extra aus Stolpen gekommen: „Das ist eine wunderbare Veranstaltung.“

Der Erfolg wurde von den Mitgliedern der gastgebenden Schlepperbuben sicher gestellt, sie bewältigten die gesamte Organisation, von der Tombola bis zur Stationsabsicherung beim Wettkampf mit Erfahrung und Herzblut. „Wir freuen uns natürlich, dass unser Fest so gut angenommen wird. Da haben sich die Mühen der Vorbereitung 100prozentig gelohnt“, resümierte Vereinssprecher Frank Hürrich nach der abschließenden Sonntagsausfahrt mit den Traktoren.